Reifen aus Luxemburg könnten schuld an einer ganzen Serie von schweren Verkehrsunfällen in Europa sein. Ein französischer Untersuchungsrichter ermittelt derzeit in drei Fällen, bei denen insgesamt vier Personen bei Unfällen mit Lastwagen ums Leben kamen. In allen Fällen waren Reifen während der Fahrt geplatzt. Produziert hatte diese die „Goodyear“-Fabrik in Colmar-Berg.

In diesem Zusammenhang wurden nun Vertreter von zwei europäischen Gesellschaften des US-Konzerns vor den Untersuchungsrichter geladen: „SAS Goodyear France“, den Reifenvertrieb in Frankreich, und „SAS Goodyear Opérations“, das Unternehmen, das die beanstandeten Reifen hergestellt und seinen Sitz in Luxemburg hat. Das gab der Staatsanwalt von Besançon, Etienne Manteaux, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Die Befragungen sollen am 13. Mai stattfinden. Die Staatsanwaltschaft wirft Goodyear vor, von einem Herstellungsfehler an seinen Reifen gewusst, aber die Kunden nicht darüber informiert zu haben. Nach Angaben des Staatsanwalts hätten die Unfälle „möglicherweise“ verhindert werden können, wenn das Unternehmen ein Rückrufprogramm für die defekten Reifen gestartet hätte …