Seit rund anderthalb Jahren übernimmt die Luxemburger Gesundheitskasse teilweise die Kosten für die Psychotherapie. Die Nachfrage ist seitdem sehr stark gestiegen, wie Catherine Richard, die Präsidentin des nationalen Verbandes der Psychotherapeuten (Fapyslux), jetzt in einem Interview erklärte. Die Fapsylux-Vorsitzende forderte denn auch einen höheren Stundentarif für die Erstattung durch die „Caisse nationale de santé“ (CNS).

Zur Erinnerung: Nach jahrelangen und am Ende gescheiterten Verhandlungen zwischen der Fapsylux und der CNS über einen Tarif für die Kostenerstattung der Psychotherapie hatte im Dezember 2022 der damalige Minister für soziale Sicherheit, Claude Haaagen (LSAP), selbst einen Tarif festgelegt. Seitdem, genauer gesagt seit dem 1. Februar 2023, übernimmt die CNS bei Erwachsenen 70 Prozent der Kosten einer Psychotherapie und 100 Prozent bei Kindern.

„Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage extrem in die Höhe ging“, sagte Catherine Richard nun im Gespräch mit „Radio 100,7“.  Da sei wohl auch die Hemmschwelle weggefallen, weil die Psychotherapie durch den Umstand der Kostenübernahme nun weniger ein Tabuthema sei, so die Fapsylux-Präsidentin, die sich aber sogleich sehr besorgt zeigte: „Viele finden leider keinen freien Platz für eine Psychotherapie. Die Patienten würden leiden und für die Therapeuten sei es auch sehr schwierig, sie in diesem Zustand abzuweisen …