Neue Saison, neuer Sender: Statt von der „RTL Live Arena“ werden die Spiele der ersten Fußballliga nun von „Apart TV“ übertragen. Die Vereine wünschen sich eine bessere Bildqualität und neue Einnahmen. Doch es ist fraglich, ob die Erwartungen erfüllt werden.
Oberkorn, ein Sonntag Ende August. Unter der späten Nachmittagssonne trifft der FC Differdingen 03 auf den F91 Düdelingen. Es ist der dritte Spieltag der „BGL Ligue“, Luxemburgs höchster Klasse des Fußballs der Männer. Es ist eines der Topspiele des Wochenendes. In der „Buvette“ laufen Fritteuse und Grill heiß, auf beiden Seiten des Rasens hört man die Gesänge der Fans. Bereits in der ersten Minute erzielt Angreifer Jorginho ein Tor für Differdingen. Am Ende steht es 3-0 für den Meister.
2.000 Zuschauer sehen laut dem Stadionsprecher das Spiel vor Ort. Längst aber sind die Luxemburger Fußballfans nicht mehr nur auf der Tribüne oder am Spielfeldrand mit dabei. Denn die Begegnungen der BGL Ligue werden auch live übertragen und können auf dem Handy, Laptop oder Fernseher verfolgt werden. Genau darum kümmert sich seit dieser Saison der Sender „Apart TV“ – und ersetzt dabei die „Live Arena“ von „RTL“.
Die Fußballvereine finden wenig positive Worte über die Zusammenarbeit mit RTL und erwarten sich viel vom neuen Partner. In Zukunft sollen immer mehr Spiele übertragen werden. Und die Vereine im besten Fall mitverdienen. Dafür müsste Apart TV jedoch ordentlich wachsen und aus dem Streaming ein gewinnträchtiges Geschäft machen. Die beste Startposition hat der kleine Sender dafür nicht.
„Miserable Bildqualität“
Aber der Reihe nach: 2020 startete die BGL Ligue ohne Zuschauer in die Saison. Die Tribünen blieben leer, die Pandemie hielt die Menschen im Griff. In dieser Zeit kam die Idee auf, die Spiele der Liga live zu übertragen: „Damit die Fans nicht erst in der Zeitung die Resultate der Spiele erfahren“, so der Präsident der US Mondorf, Christian Strasser, im Gespräch mit Reporter.lu. Der Auftrag ging damals an RTL und es wurden Kameras in den Stadien installiert. Es sei „der Anfang eines Abenteuers“ gewesen, sagt die Präsidentin des Luxemburger Ligaverbandes (LFL), Karine Reuter. Der Verband kümmert sich um die Übertragungsrechte der Erstligaspiele.
Die ersten Probleme ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Am meisten störte die Vereine die Bildqualität der Live-Übertragung. „Sie war nicht schlecht, sie war miserabel“, betont José Duhr, Präsident des FC Monnerich. Man habe Probleme gehabt, den Ball auf den Übertragungen zu sehen. Ein Fan meint, dass die automatischen Kameras sich manchmal nicht auf den Ball, sondern auf die Glatzen von Zuschauern fokussiert hätten. Manche Spiele wurden gar nicht übertragen, oder die Übertragung brach gerade vor der Verlängerung oder dem Elfmeterschießen ab, erinnert sich Christian Strasser von der US Mondorf.
RTL fehlt Respekt und Leidenschaft für den Sport.“Ein Präsident eines Erstligavereins
Die Kameras waren bereits bei der Installation veraltet und wurden im Laufe der Jahre auch nicht ersetzt, so die Kritik der Vereine. Bei Heimspielen der Jeunesse Esch war teils nur die Hälfte des Spielfeldes zu erkennen, erzählt Gilles Raccogli vom Verwaltungsrat des Vereins. Am Nachmittag sei nur die Hälfte des Spielfeldes von der Sonne beleuchtet und erkennbar, die andere im Schatten der Bühne sei durch eine schlechte Einstellung der Kamera pechschwarz gewesen …
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