Weil sie einen Mann in der Zelle eines Polizeikommissariats misshandelt haben sollen, sollen vier Beamte wegen unter anderem Folter angeklagt werden. Das fordert nun zumindest die Staatsanwaltschaft. Ob es tatsächlich zu einem Prozess gegen die Polizisten kommt, darüber entscheidet jetzt eine richterliche Ratskammer. Die Vorwürfe gehen auf Ende Mai 2023 zurück. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
Die Vorwürfe wiegen schwer. In der Nacht des 20. Mai 2023, dem Tag des traditionellen Marathons in Luxemburg-Stadt, soll ein Polizist im Kommissariat im Bahnhofsviertel einen betrunkenen Mann in einer Zelle mehrfach geschlagen und ihn dabei verletzt haben. Ein Arzt soll später eine gebrochene Nase und Verletzungen im Rippenbereich festgestellt haben, so das „Luxemburger Wort“, das zuerst über die Anklage gegen die vier Beamten berichtete.
Neben dem Polizisten, der das Opfer geschlagen haben soll, will die Staatsanwaltschaft auch zwei Beamte anklagen, die sich zu dem Zeitpunkt ebenfalls in der Zelle befunden haben sollen. Auch angeklagt werden soll ein Vorgesetzter, der versucht haben soll, den Zwischenfall zu vertuschen. Dieser Polizist soll einen jungen Beamten unter Druck gesetzt haben, den Einsatzbericht zu fälschen. Eben dieser junge Polizist, der nicht an dem Vorfall in der Zelle beteiligt gewesen sein soll, hatte den Fall später gemeldet …
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