Georges Mischo gibt sein Ministeramt auf. Damit zieht die Koalition Konsequenzen aus der Affäre um den Bau eines nationalen Sportmuseums, die innerhalb der Regierung zum Konflikt führte. CSV-Fraktionschef Marc Spautz soll nun als Arbeitsminister ins Kabinett wechseln.
In der Regierung kommt es zu einem personellen Wechsel: Georges Mischo (CSV) scheidet aus dem Amt und soll durch Marc Spautz ersetzt werden. Das kündigte Premierminister Luc Frieden (CSV) am Montag vor der Presse an. Der aktuelle CSV-Fraktionsvorsitzende soll demnach das Arbeitsministerium übernehmen. Georges Mischos Sportressort soll derweil Martine Hansen (CSV), Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, übertragen werden.
Über ein mögliches Ausscheiden von Georges Mischo aus der Regierung war seit Wochen spekuliert worden. In den vergangenen Tagen hatte der Druck auf den Arbeits- und Sportminister aber nochmals massiv zugenommen. Hatte er zuvor vor allem wegen seines Vorgehens gegenüber den Gewerkschaften in der Kritik gestanden, war es jetzt die Affäre um das geplante Sportmuseum, die wohl das Fass zum Überlaufen brachte.
Reporter.lu hatte vergangene Woche ausführlich über das problematische Vorgehen von Georges Mischo im Dossier Sportmuseum berichtet. Im Mittelpunkt dieser Recherchen stand eine Vor-Vereinbarung mit dem „IKO“-Konzern des Immobilienunternehmers Éric Lux, mit dem der Minister sein „heikles Prestigeprojekt“ auf der Industriebrache „Rout Lëns“ in Esch/Alzette entwickeln wollte. Die Einzelheiten dieses Deals hatte Georges Mischo den anderen Mitgliedern der Regierung aber offenbar verschwiegen, als das Projekt im Ministerrat angenommen worden war, wie Reporter.lu ebenso exklusiv am vergangenen Mittwoch berichtet hatte.
Premierminister Luc Frieden wollte am Montag vor der Presse – ein Treffen, das erst wenige Stunden zuvor einberufen worden war – keinen direkten Zusammenhang zwischen der Regierungsumbildung und der Affäre um das Sportmuseum herstellen …
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