Kulturminister Eric Thill (DP) gerät im Zusammenhang mit den Problemen im „Musée d’art moderne Grand-Duc Jean“ (Mudam) zunehmend unter Beschuss. In einer öffentlichen Sitzung des Parlaments warf ihm die Abgeordnete Djuna Bernard (Déi Gréng) am Dienstag vor, die Abgeordneten des Kulturausschusses angelogen zu haben. Dabei geht es um den Brief, in dem der Vorsitzende des Mudam-Verwaltungsrates Ende Januar seinen Rücktritt erklärt hatte.
In diesem Brief hatte Patrick Majerus seine Gründe für den Rücktritt von dem Posten, den er seit Anfang 2022 bekleidet hatte, dargelegt. Dass dabei auch sein Verhältnis zur Mudam-Direktorin Bettina Steinbrügge eine Rolle gespielt haben dürfte, ist spätestens seit einem Bericht von „RTL“ Ende März bekannt. In dem Beitrag wurde eine ganze Reihe von Beschwerden thematisiert, die Mitarbeiter des Museums an den Verwaltungsrat gerichtet hätten.
Der Direktorin werden Missmanagement, Vetternwirtschaft und sogar Mobbing vorgeworfen – schwerwiegende Vorwürfe, weswegen sich vergangene Woche auch der parlamentarische Kulturausschuss für die Vorkommnisse im Mudam interessierte. Und dabei auch Einsicht in den Brief von Patrick Majerus erhalten wollte, wie Djuna Bernard am Dienstag im Parlament erklärte. Der Minister habe dies jedoch verweigert, mit dem Argument, dass Patrick Majerus gebeten hätte, dass sein persönlicher Brief an den Minister nicht publik gemacht werde.
Djuna Bernard zufolge widerspricht dies aber ihren Informationen. Aus einer Mail, die ihr vorliege, sei ersichtlich, dass Patrick Majerus am 30. Januar drei hochrangigen Mitarbeitern des Ministers, die ebenfalls in der Kommission zugegen waren, geschrieben habe, dass sein Brief im Sinne der Transparenz weitergereicht werden könne …
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