Die Notaufnahmen entlasten, Wartezeiten reduzieren und medizinische Aktivitäten näher zu den Patienten bringen: Das sind die Ziele, die CSV und DP in ihrem Koalitionsabkommen in Bezug auf das Gesundheitswesen versprochen hatten. Am Mittwoch präsentierte Ressortministerin Martine Deprez (CSV) in diesem Kontext ihren lang erwarteten Gesetzentwurf, der den „Virage ambulatoire“ weiter vorantreiben und mehr ambulante Behandlungen in Einrichtungen außerhalb von Krankenhäusern ermöglichen soll.

Bereits bekannt war, dass kleinere Eingriffe an den Augen und der Haut künftig in solchen Strukturen durchgeführt werden sollen. Hinzu kommen jetzt kleinere Eingriffe in Urologie, Proktologie und parietaler Chirurgie (Bauchfell). Zudem sollen ambulante Gesundheitsleistungen in Bereichen wie der Dialyse, der nicht-chirurgischen Tagesklinik oder der Onkologie angeboten werden, wie aus einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Medizinische Bildgebung sieht der Entwurf hingegen nicht vor. Laut Martine Deprez sei dafür kein weiterer Bedarf von den Akteuren „um Terrain“ angemeldet worden.

Betrieben werden können diese Einrichtungen in Zukunft insbesondere von sogenannten Ärztegesellschaften, wozu die Ministerin im Dezember einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt hatte. Die neuen Strukturen sind auch keine Ableger von Krankenhäusern, sie müssen aber via Konvention an ein Krankenhaus angebunden sein …