Der französische Altenheimbetreiber „Orpéa“ möchte in Luxemburg eine Einrichtung eröffnen und hat dafür eine Betriebsgenehmigung beantragt. Zeitgleich sieht sich der Konzern in seinem Heimatland schweren Vorwürfen ausgesetzt. Vorwürfe, die auch die Luxemburger Politik auf den Plan riefen.

Das Unternehmen mit Sitz nahe Paris steht seit dem Erscheinen des Buchs „Les Fossoyeurs“ von Victor Castanet Mitte vergangener Woche stark in der Kritik. Anhand seiner Recherchen hatte der französische Journalist aufgezeigt, wie der Altenheimbetreiber medizinische Betreuung, Hygieneprodukte und Essen in den Pflegeeinrichtungen rationiert haben soll, um seinen Profit zu maximieren.

Die Anschuldigungen schlagen nicht nur in Frankreich hohe Wellen. Auch in Luxemburg zeigt sich die Politik besorgt, dass sich solche Zustände hierzulande wiederholen könnten. Orpéa hat nämlich vor, im März eine Pflegeeinrichtung in Merl zu eröffnen, wie zunächst „Paperjam“ berichtete. Am 18. Januar wurde dafür eine Betriebsgenehmigung beim Familienministerium beantragt. Der Antrag wird derzeit geprüft. Eine zweite Einrichtung soll derweil in Strassen eröffnet werden. Ebenfalls in Merl soll auch eine „Seniorenresidenz“ entstehen …