Bis zum Jahr 2029 soll die neue 380-Kilovolt-Stromleitung, die vom deutschen Aach bis nach Bartringen führt, einsatzbereit sein. Das Projekt hatte vor allem in der Gemeinde Junglinster für Diskussionen gesorgt, weil die oberirdischen Leitungen nah an Wohngebieten entlangführen. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage verteidigt die Regierung jetzt nochmals die Entscheidung, das Projekt mit Freileitungen umzusetzen, und argumentiert, warum Erdkabel dabei nicht wirklich eine Option gewesen seien.

Die Möglichkeit, die neue 380-Kilovolt-Leitung unterirdisch zu verlegen, sei neben anderen Optionen im Rahmen der Umwelt- und Impaktstudie im Detail analysiert worden. Eine Umsetzung mit Erdkabeln hätte aber nicht nur einen größeren Einfluss auf die Umwelt und einen erheblich höheren Kostenpunkt mit sich gebracht, sondern auch technische Nachteile, die auch sicherheitsrelevant seien, erklären Premier Luc Frieden (CSV), Verteidigungsministerin Yuriko Backes (DP) und Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) in ihrer gemeinsamen Antwort auf die parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Alexandra Schoos (ADR).

Erdkabel seien aufwändiger zu warten und ihre Lebensdauer im Vergleich zu Freileitungen um die Hälfte reduziert. Und sollte einmal ein Schaden entstehen, würden sich die Fehlersuche und die Reparatur deutlich zeitintensiver und komplizierter darstellen. Auf Basis dieser Analyse sei entschieden worden, das Projekt mit Freileitungen statt mit Erdkabeln umzusetzen, so die drei Minister.

In ihrer parlamentarischen Anfrage wollte Alexandra Schoos, mit Verweis auf den rezenten Anschlag auf das Stromnetz in Berlin, erfahren, ob die Möglichkeit einer terroristischen oder militärischen Attacke bei der Planung der neuen 380-Kilovolt-Stromleitung in Betracht gezogen worden sei …