Die Piratenpartei hätte nie den Zuschlag für das Projekt „MALT“ erhalten dürfen. Darauf lässt zumindest ein neuer Sonderbericht der „Cour des comptes“ zum Fonds „Asile, Migration et Intégration“ schließen. Aus diesem Fonds stammten die Gelder, die die Piraten für die Entwicklung von besagter Sprachapp im Auftrag des einstigen „Office luxembourgeois de l’accueil et de l’intégration“ (OLAI) erhalten hatten. Der Fonds wird zum Teil vom Luxemburger Staat und zum Teil von der EU-Kommission gespeist.

Dieser Sonderbericht des Rechnungshofs stellt ein weiteres Kapitel in der sogenannten MALT-Affäre dar, die eben nach dem „Mobile Assisted Language Tool“ benannt ist, das die Piratenpartei im Auftrag des OLAI, aus dem später das „Office national de l’accueil“ (ONA) wurde, entwickeln sollte. Den Zuschlag dafür erhielt die Partei im Dezember 2015 inmitten der europäischen Flüchtlingskrise. Die Übersetzungsapp sollte es arabischen Geflüchteten ermöglichen, einfache luxemburgische Wörter und Sätze zu erlernen.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung dieser App gibt es aber mehrere Unregelmäßigkeiten. So bestehen Fragen zur Vergabe der Fördermittel, zur Qualifikation der Piraten, zu fehlenden Belegen für Abrechnungen bzw. möglicherweise gefälschten Dokumenten, zur Kontrolle vonseiten der Luxemburger Behörden sowie zum allgemeinen Leistungsnachweis einer funktionierenden App …