Mehr als zehn Stunden saßen von Mittwoch auf Donnerstag die Regierung und die Sozialpartner zusammen. Ziel war, den kriselnden Sozialdialog wieder in Gang zu bringen. Das scheint gelungen, auch wenn man noch weit entfernt ist von spruchreifen Einigungen. Ein Zugeständnis konnten aber zumindest die Gewerkschaften der Regierung abringen: Sie sollen ihr Exklusivrecht für die Aushandlung und die Unterzeichnung von Kollektivverträgen behalten. Das sagte Premier Luc Frieden (CSV) nachts gegen 2 Uhr gegenüber der Presse.
OGBL und LCGB konnten demnach einen Punktsieg verbuchen. Zur Erinnerung: Anfang Oktober 2024 hatte Arbeitsminister Georges Mischo (CSV) ihnen im „Comité permanent du travail et de l’emploi“ (CPTE) eröffnet, das Kollektivrecht anpassen zu wollen, sodass Kollektivverträge in Zukunft auch zwischen Personaldelegation und Firmenleitung ausgehandelt werden könnten, ohne Beteiligung der Gewerkschaften. OGBL und LCGB hatten daraufhin das Gremium verlassen.
Dass die Regierung von diesem Vorhaben absieht, war denn auch eine Bedingung von OGBL und LCGB, um überhaupt über die anderen Punkte zu diskutieren, die auf der Tagesordnung der Sozialrunde standen. Besagte Punkte – die Erweiterung der Öffnungszeiten und der Sonntagsarbeit im Einzelhandel, die Arbeitsorganisation, der Mindestlohn und die Pensionsreform – wurden am Mittwoch ebenfalls besprochen. Allerdings kürzer. Sie sollen in einer weiteren Dreierrunde am kommenden Montag thematisiert werden bzw. im CPTE …
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