Bis zu 150 Frauen aus Osteuropa sollen zwischen 2020 und 2022 für Alina F. und Oleh P. in Luxemburg als Prostituierte gearbeitet haben. Die Staatsanwaltschaft betrachtet die beiden als Teil eines internationalen Netzwerks und klagte sie wegen Zuhälterei, Menschenhandels und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation an. Am Donnerstag fällte die zuständige Kriminalkammer des Bezirksgerichts Luxemburg jetzt ihr Urteil.

Die Richter verurteilten beide Angeklagte zu einer Haftstrafe von sieben Jahren, wovon vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Gegen Oleh P. verhängte das Gericht in einem separaten Verfahren wegen illegalen Waffenbesitzes weitere sechs Monate Gefängnis auf Bewährung. Damit blieben die Richter weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für Alina F. zwölf Jahre und für Oleh P. zehn Jahre Haft gefordert hatte. Die Strafen sollten aber nur zu einem kleinen Teil zur Bewährung ausgesetzt werden.

Während des Prozesses, über den Reporter.lu ausführlich berichtete, hatte der Vertreter der Staatsanwaltschaft von einem „schmutzigen Geschäft“ gesprochen, bei dem die beiden Beschuldigten genau gewusst hätten, was sie taten. Ihren Ausführungen, sie hätten den Frauen nur helfen wollen, schenkte er keinen Glauben. „Prostituierte sind in erster Linie immer Opfer ihrer Umstände“, betonte der Ankläger. Sie würden ihren Körper verkaufen, da sie keine andere Möglichkeit sehen würden …