Die Polizei musste im vergangenen Jahr in 1.057 Fällen wegen häuslicher Gewalt einschreiten. Das sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im selben Zeitraum kam es zu 246 Wegweisungen, also musste der Täter oder die Täterin die gemeinsame Wohnung verlassen. Das geht aus dem Jahresbericht des „Comité de coopération entre les professionnels dans le domaine de la lutte contre la violence“ hervor, in dem unter anderem die Polizei, die Staatsanwaltschaft sowie Organisationen aus diesem Bereich vertreten sind.

Pro Monat führte die Polizei demnach im Schnitt 88 Einsätze wegen häuslicher Gewalt und 20,5 Wegweisungen durch. Das sind drei solcher Einsätze pro Tag und zum ersten Mal wurden in einem Jahr mehr als 1.000 Vorfälle wegen häuslicher Gewalt verzeichnet. Die Behörden führen den Anstieg unter anderem auf das Bevölkerungswachstum, aber auch auf eine stärkere Sensibilität in der Bevölkerung zurück. Will heißen, dass häusliche Gewalt von vielen nicht mehr als Privatsache betrachtet werde und Nachbarn, wenn sie Vorfälle wahrnehmen, heute eher die Polizei verständigen würden.

Die Behörden sehen sich in ihrer Analyse dahingehend bestätigt, dass die Zahl der Wegweisungen trotz mehr Einsätzen im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb …