Seit der Verfassungsreform aus dem Jahr 2023 hat auch die Bevölkerung die Möglichkeit, Gesetzesvorschläge im Parlament einzubringen. Bisher hatte davon allerdings noch niemand Gebrauch gemacht. Die gemeinnützige Organisation „La Voix des Survivant(e)s“ sorgte demnach nun für eine Premiere, als sie vergangene Woche ihren Text für eine Reform der Gesetzgebung im Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorlegte.

In drei Teilen, zehn Kapiteln und 57 Artikeln fordert die Vereinigung, die sich seit 2022 für die Belange von Opfern von geschlechtsspezifischer Gewalt in jeder Form einsetzt, eine „Réforme intégrale et organique afin de lutter contre les violences fondées sur le genre et leur impact sur les enfants co-victimes“. Mithilfe des 60-seitigen Textes sollen die Luxemburger Gesetze angepasst werden, die in den Augen der Vereinigung dem Problem nicht gerecht werden.

Der Text befasst sich sowohl mit der Sensibilisierung der Bevölkerung, vor allem in den Schulen, mit der Weiterbildung aller beruflichen Akteure und natürlich mit einer wirksamen und abschreckenden Gesetzgebung sowie einer effizienten und effektiven Justiz …