Im Oktober 2025 berichtete Reporter.lu über Missbrauchsvorwürfe gegen einen Ex-Direktor des „Lëtzebuerger Kannerduerf“. Nachdem die Verantwortlichen der Stiftung jahrelang nicht handelten, sollen mögliche Missstände jetzt systematisch untersucht werden.

„Die Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf gibt die Bildung einer unabhängigen Expertenkommission bekannt. Diese aus vier Expertinnen und Experten bestehende Kommission wurde auf Initiative des Verwaltungsrates der Stiftung in Abstimmung mit der Generaldirektion eingesetzt. Sie wird autonom, unparteiisch und in einem strikt vertraulichen Rahmen tätig sein.“ Das teilte die „Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf“ mit Sitz in Mersch am Freitag mit.

Das unabhängige Gremium soll der Stiftung zufolge „die Art und das Ausmaß etwaiger Übergriffe prüfen“, betroffene Personen identifizieren sowie mögliche organisatorische Dysfunktionen analysieren. Zudem wurde eine interne Untersuchungskommission geschaffen, die unter anderem ein Compliance-Audit durchführen soll.

Mutmaßliche Opfer und Zeugen gesucht

Die in der Pressemitteilung angekündigten Maßnahmen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit einer exklusiven Recherche von Reporter.lu. Diese hatte im Oktober vergangenen Jahres enthüllt, dass gegen einen früheren Direktor des „Kannerduerf“ Missbrauchsvorwürfe vorliegen.

Dem Mann werden von einer Frau, die im „Kannerduerf“ in Mersch aufwuchs, sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die sich kurz nach ihrem 18. Geburtstag ereignet haben sollen. Die Frau meldete die Vorfälle, die auf das Jahr 2002 zurückgehen, innerhalb des „Kannerduerf“. Doch sie wurden von Verantwortlichen nicht verfolgt. Erst 2024 und nach schwierigen Lebensphasen entschloss sich die Frau, Anzeige bei der Polizei zu erstatten …