Der Escher DP-Politiker Pim Knaff wird sein Mandat im Schöffenrat nicht über die ganze Länge der Legislaturperiode ausüben. Das wurde jetzt bekannt. Seine Parteikollegin Daliah Scholl soll den 59-Jährigen demnach auf dem Posten des Ersten Schöffen beerben. Als Reaktion auf die anhaltende Kritik an seiner Person will der wegen Steuerbetrugs verurteilte Anwalt den Wechsel aber nicht verstanden wissen. Vielmehr sei dieser von Anfang so geplant gewesen.

Bisher war über ein solches „Splitting“ aufseiten der Escher DP-Fraktion allerdings nichts öffentlich bekannt. Und ob die Koalitionspartner CSV und Déi Gréng davon wussten, darf ebenfalls angezweifelt werden. Gegenüber „RTL“ gab Bürgermeister Christian Weis (CSV) an, nicht von einem möglichen Rücktritt von Pim Knaff zu wissen. Im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ verwies er darauf, dass dies Sache der DP sei, die er nicht weiter kommentieren wolle. Der Koalitionsvertrag sehe aber in der Tat die Möglichkeit eines „Splittings“ vor, so Christian Weis. Dass ein solches so geplant war, sagte er allerdings nicht.

Pim Knaff steht seit Monaten in der Kritik. Zum einen, weil er keine politischen Konsequenzen aus seiner Verurteilung wegen schweren Steuerbetrugs, über die Reporter.lu exklusiv berichtet hatte, gezogen hatte. Zum anderen wegen Streitigkeiten um den Kulturverein „FrEsch“, dessen Verwaltungsrat Pim Knaff als Escher Kulturschöffe präsidiert. Zuletzt hatte zudem der Rauswurf des Künstlerkollektivs „Richtung 22“ aus dem „Bâtiment 4“ Fragen aufgeworfen. Laut dem „Tageblatt“ soll „FrEsch“ nun „neu organisiert und depolitisiert“ werden.

Es war auch das „Tageblatt“, dass zuerst über den Wechsel bei der DP berichtet hatte. Pim Knaff werde Ende des Jahres zurücktreten und Gemeinderätin Daliah Scholl Platz machen, so die Escher Zeitung am Donnerstagabend. Gegenüber „RTL“ dementierte Pim Knaff die Meldung und teilte schriftlich mit: „Ich gehe nicht Ende des Jahres. Aber wie bei den Wahlen abgemacht, wird Daliah Scholl im Laufe der Legislatur meinen Posten übernehmen“. Dem Gemeinderat soll Pim Knaff aber auch weiterhin angehören.

Wann der Wechsel erfolgen soll, das sagte Pim Knaff nicht. Das „Tageblatt“ hatte als Hintergrund den 60. Geburtstag des DP-Politikers ins Spiel gebracht. Dieser ist am 8. Oktober. Auch das dementierte Pim Knaff: „Daliah und ich entscheiden, wann die Zeit reif ist, nicht das Tageblatt“, sagte der Noch-Schöffe dem „Luxemburger Wort“. Die Zeitung erinnert denn auch nochmals daran, dass in der Tat personelle Änderungen im Escher Schöffenrat geplant waren.

So sei bereits bei der erneuten Bildung der Dreierkoalition beschlossen worden, dass bei Déi Gréng Mandy Ragni im Laufe der Legislatur den Schöffenposten von Meris Sehovic übernehmen soll. Damals sei aber auch erklärt worden, dass Pim Knaff die vollen sechs Jahre auf seinem Schöffenposten bleiben sollte. Wie auch immer, die Opposition jedenfalls begrüßt den künftigen Wechsel in einer ersten Reaktion. Zur Erinnerung: Die Escher Déi Lénk hatten wegen Pim Knaff sogar Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. (GS)


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