Der Escher Schöffe Pim Knaff will keine politischen Konsequenzen aus seiner Verurteilung wegen schwerer Steuerhinterziehung ziehen. Trotz starker Kritik an seiner Person und Rücktrittsforderungen vonseiten der Opposition hält der DP-Politiker an seinem Posten als Erster Schöffe der Stadt Esch/Alzette fest. Sowohl seine eigene Partei als auch die Koalitionspartner CSV und Déi Gréng stärken ihm dabei den Rücken.

„Weil der begangene Fehler nicht mein politisches Mandat betrifft und ich die völlige Unterstützung der Escher DP-Sektion habe, werde ich aus dieser Affäre keine politischen Konsequenzen ziehen“, schrieb Pim Knaff am Dienstagabend in einer Pressemitteilung. Zuvor hatte der Schöffe die Sprecher der im Escher Gemeinderat vertretenen Parteien zu einem Treffen ins Rathaus geladen, um ihnen Erklärungen zu seiner Verurteilung wegen „Fraude fiscale aggravée“ zu geben. Reporter.lu hatte vergangene Woche exklusiv über die Verurteilung des ehemaligen Abgeordneten (2020-2023) berichtet.

Der 58-jährige Rechtsanwalt war im April im Rahmen eines „Jugement sur accord“, also eines Deals mit der Staatsanwaltschaft, zu einer Geldstrafe von 9.500 Euro verurteilt worden. Grundlage des Verfahrens waren Honorarerträge von mehr als 100.000 Euro, die auf die Abwicklung einer Insolvenz zurückgingen und die der Anwalt nicht in seiner Steuererklärung angegeben hatte. Während Pim Knaff in seinen öffentlichen Erklärungen von einem „Fehler“ spricht, ist in dem Urteil gegen ihn von bewussten Handlungen die Rede …