Die „Unité médico-légale de documentation des violences“ (Umedo) wird weiterhin nur von wenigen Personen in Anspruch genommen, und das bei einer hohen Zahl von der Polizei gemeldeten Fällen von häuslicher sowie sexueller Gewalt und einer ebenfalls hohen Dunkelziffer. Die zuständige Ministerin sieht denn auch Bedarf, den Dienst einer breiten Öffentlichkeit bekannter zu machen. 

Wie Martine Deprez (CSV) am Dienstag im Parlament erklärte, seien im vergangenen Jahr 100 Anrufe bei der Umedo eingegangen, doch nur in 28 Fällen sei der Dienst in der Folge auch in Anspruch genommen worden. Bei der Mehrzahl der Fälle habe physische Gewalt vorgelegen und keine sexuelle. Die Opfer seien zum großen Teil Frauen gewesen, so die Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit vor den Abgeordneten.

Anlass dieser Erklärung war eine parlamentarische Anfrage von Nathalie Morgenthaler (CSV) im Rahmen einer Fragestunde. Die Abgeordnete hatte dabei betont, der Dienst sei von großer Wichtigkeit, da er Opfern von körperlicher und sexueller Gewalt die Möglichkeit gebe, ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen, auch wenn sie noch nicht über eine Anzeige entschieden hätten.

In der Tat ermöglicht die Umedo es Gewaltopfern, sich von Ärzten untersuchen und ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen. Der kostenlose Dienst arbeitet unabhängig von der Polizei und die Mediziner unterliegen der Schweigepflicht, doch ihre Gutachten können bei einer späteren Anzeige als Beweis dienen. Wann ein Opfer sich an die Polizei wenden möchte, bleibt ihm überlassen …