Die politische Aufklärung des Caritas-Skandals dauert an. Am Montag befasste sich der Caritas-Spezialausschuss im Parlament besonders mit der Frage, zu welchem Zeitpunkt der Vizepräsident des Verwaltungsrats der „Fondation Caritas“, Pit Bouché, über die Kreditlinien in Höhe von 21 Millionen Euro Bescheid wusste. Pit Bouché hatte den Abgeordneten selbst angeboten, vor dem Ausschuss auszusagen.
Nach der Sitzung erklärten Ausschussmitglieder vor der Presse, dass Pit Bouché wohl am 25. Juni, also rund drei Wochen vor dem Auffliegen der Betrugsaffäre, über die Kreditlinien Bescheid wusste. Das Thema sollte laut dem früheren Vizepräsidenten in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats auf die Tagesordnung kommen. Da allerdings erst am 15. Juli eine neue Sitzung angesetzt war, konnte erst zu dem Zeitpunkt über die finanzielle Lage der Caritas diskutiert werden.
Pit Bouché widerspricht somit der Darstellung des ehemaligen Direktionsmitglieds der Caritas, Tom Brassel. Im Doku-Podcast „Carambolage“ von „Radio 100,7“ hatte der frühere Operationschef behauptet, dass er den damaligen Vizepräsidenten der „Fondation Caritas“ bereits am 6. Juni während eines Essens über die Kreditlinien der Organisation informierte habe.
Vor der parlamentarischen Kommission sagte Pit Bouché, dass er sich an ein solches Gespräch nicht erinnern könne …
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