Bei der Firma „Grant Thornton“, dem Wirtschaftsprüfer der Caritas, soll es eine Hausdurchsuchung durch die Luxemburger Kriminalpolizei gegeben haben. Das meldet „Radio 100,7“ unter Berufung auf zwei gut informierte Quellen und stellt denn auch eine Verbindung zum Finanzskandal bei der Wohlfahrtsorganisation her. Reporter.lu hatte bereits im September vergangenen Jahres berichtet, dass ein Mitarbeiter von Grant Thornton schon Anfang Mai 2024 bei der Caritas wegen verdächtiger Überweisungen nachgefragt habe.

Damals war der Wirtschaftsprüfer gerade dabei, den Finanzbericht für das Jahr 2023 fertigzustellen. Am 3. Mai 2024 wendete sich in diesem Zusammenhang ein Mitarbeiter der Firma an die Caritas, um Erklärungen zu ungewöhnlichen Geldtransaktionen zu erhalten. Zur Erinnerung: Die damalige Finanzdirektorin hatte unter anderem zahlreiche Überweisungen auf spanische Konten, die der türkischen Partnerorganisation „ASAM“ gehören sollten, getätigt, was sich allerdings als falsch herausstellte. Insgesamt verlor die Caritas durch die Affäre bekanntlich 61 Millionen Euro.

Als sich Anfang Mai der Wirtschaftsprüfer meldete, kam es zu einer gewissen Aufregung in den Büros der Caritas, wie die Recherchen von Reporter.lu zeigten. Dies war vor allem darauf zurückzuführen, dass der Prüfer seine Mail auch an eine Caritas-Mitarbeiterin gerichtet hatte, die nichts von den geheimen Transaktionen wusste bzw. wissen durfte …