Ein anderer Wochenrückblick ist möglich: Jedes Wochenende blickt die REPORTER-Redaktion mit einem Augenzwinkern auf jene Themen zurück, die uns und die Medien insgesamt beschäftigt haben. Diese Woche: Ein missverstandener Bürgermeister und ein begeisterter Thronfolger.

Die Studentenzeit ist bekanntlich die schönste Zeit. Das weiß man auch in Esch, die einzige „Universitätsstadt“ Luxemburgs. Gemeindevater Georges Mischo fühlt sich in den letzten Wochen jedoch missverstanden. Eigentlich schert er sich nämlich ganz doll um die Sicherheit und das Wohl der Studenten, deshalb sollen sie auch ausreichend Platz erhalten. Ganze 100 Quadratmeter für einen einzigen Studenten – purer Luxus! Die geräumige Drei-Zimmer Wohnung darf man sogar zu zweit bewohnen. Einzige Voraussetzung: Man muss mit dem Mitbewohner Geschlechtsverkehr haben, also zumindest mit ihm « gehen », wie Mischo sagt. Aber wir finden: sicher ist sicher.

Die Modernisierung der CSV scheint in großen Schritten fortzuschreiten. Überhaupt wolle er Wohngemeinschaften gar nicht erst verbieten. Er könnte sich sogar vorstellen, dass drei Paare zusammen in einem 300-Quadratmeter-Apartment wohnen könnten, „solange sie einen gemeinsamen Vertrag unterschrieben haben“, so Mischo. Alles also nur ein großes Missverständnis. In Esch muss man sich also als Student schon eine geräumige Luxuswohnung leisten können oder man ist halt „offen für alles“, wenn es um den Mitbewohner geht. Vielleicht will Georges Mischo aber auch nur die Hochzeitszahlen ankurbeln und die WG-Paare höchst persönlich im Escher Rathaus trauen.

Im Übrigen sind die neuen Wohnungsregeln zwar schon in Kraft, die nötige gesetzliche Grundlage dafür aber noch nicht. Eigentlich wollte der CSV-Bürgermeister den Bebauungsplan der Stadt nutzen, um seine Verkupplungsstrategie umzusetzen. Diese innovative Auslegung des PAG ist allerdings schon jetzt bei den zuständigen Ministern Bofferding und Kox durchgefallen.

Von Augenklappen zu Schutzmasken

Mit Innovation und gesetzlichen Grauzonen kennt man sich auch bei der hippsten Partei im Parlament aus. Die Piraten haben denn auch ein neues, exklusives Angebot für ihre Follower! Für zehn Euro kriegt man jetzt und nur solange der Vorrat reicht im Sven Clement-Fanshop eine schicke „Ahoi Maske“. Im Sonderangebot gibt es dann auch noch die dazugehörige Augenklappe, damit man mit Stil die Buchführung der eigenen Partei übersehen kann. Für knapp 250 Euro gibt es dann auch noch einen „Don“ dazu. Business is business, auch in der Pandemie.

 

Aus parteinahen Kreisen erfährt man zudem, dass die Piraten für die kommenden Wahlen ein super Angebot vorbereiten: Für knapp 30.000 Euro kann man Daniel „Don“ Frères für die eigene Kinder-Geburtstagsparty inklusive Maske, Augenklappe und mobilem Streichelzoo mieten. Der Onlineshop der Piraten – Entdecke die Möglichkeiten …

Das Leben auf dem (Pony-)Hof

Fast so tierlieb wie bei den Piraten geht es indes auf dem großherzoglichen Hof zu. Rechtzeitig für den Nationalfeiertag hat die Großherzogin ihren jährlichen Bildungsauftrag erfüllt. Dem Team rund um Serge Tonnar ist das geglückt, was bisher nahezu kein Forscher geschafft hat: Er durfte in die großherzogliche Bibliothek. Dort stöberte der Großherzog des Kulturbetriebs jedoch weniger in Akten und Büchern. Er war gekommen, um die Großherzogin zu filmen, während diese vor breitem Publikum ihre Luxemburgisch-Kenntnisse auffrischte.

Im Video sieht man die Gattin von Henri von ihrer besten Seite. Begleitet von einem Cello, liest sie für alle Kinder des Landes die Kultgeschichte „D’Maus Kätti“ vor. Wer es bis zum Ende des Videos aushält, kann zudem die neuesten Dance Moves der Monarchin kennen lernen und auf der nächsten Corona-Party damit auftrumpfen.

Auch der Kronprinz war auf jeden Fall sichtlich erfreut über die schöne Geschichte. In ganzen drei Tweets beschreibt der Account des großherzoglichen Hofes, wie Guillaume einem Pferd zuschaut und es dann auch endlich reiten darf! Geht es nach dem Dauergrinsen des Thronfolgers, ganz klar: Der beste Tag seines Lebens. Obwohl da war doch was … Naja, vielleicht der zweitbeste…

Screenshot: Twitter.com

Auch wir finden: Man sollte die schönen Dinge im Leben noch so lange genießen, wie es geht. Aber in diesen Zeiten zur Sicherheit nicht mehr als zu 20! In diesem Sinne: ein schönes, partyfreies Wochenende.