Die Regierung hat nicht vor, eine neue Einrichtung zu schaffen, in der ausschließlich Abtreibungen durchgeführt werden. Das bestehende Angebot erscheine vielfältig und stütze sich auf die Mitwirkung mehrerer sich ergänzender Akteure. Das antwortet Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Sam Tanson und Djuna Bernard. Sowohl Krankenhäuser als auch zugelassene Einrichtungen würden eine multidisziplinäre Betreuung anbieten, so die Ministerin. Und dieses Angebot lasse derzeit nicht erkennen, dass eine neue Struktur erforderlich sei, die speziell der Betreuung von Abtreibungen gewidmet sei.

In ihrer parlamentarischen Anfrage hatten Sam Tanson und Djuna Bernard darauf verwiesen, dass zwar der rechtliche Rahmen grundsätzlich den Zugang zu einer Abtreibung garantiere, doch in der Praxis weiterhin Schwierigkeiten bestünden, insbesondere wenn medizinische Fachkräfte die Durchführung einer Abtreibung verweigern würden. Sie fragten daher, ob nicht eine Einrichtung, die auf freiwillige Schwangerschaftsabbrüche spezialisiert sei, eine systematische und unverzügliche Versorgung der Patientinnen gewährleisten sowie den Schutz der medizinischen Fachkräfte stärken würde.

Die Gesundheitsministerin sieht dafür aber eben keinen Anlass und verweist in ihrer Antwort auf die bestehenden Möglichkeiten: Demnach kann eine medikamentöse Abtreibung von jedem in Luxemburg zugelassenen Mediziner durchgeführt werden, auch ohne Spezialisierung in Gynäkologie. Die Verabreichung des Medikaments kann auch in der Arztpraxis erfolgen, unter der Bedingung, dass der Arzt mit einem Krankenhaus zusammenarbeitet, dessen gynäkologische Abteilung einen Notfall-Bereitschaftsdienst gewährleistet.

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch kann zudem auch in den drei Zentren des „Planning Familial“ in Luxemburg-Stadt, Esch/Alzette und Ettelbrück durchgeführt werden sowie in den vier großen Krankenhäusern …