Enrico Lunghi, ehemaliger Direktor des „Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean“ (Mudam), wurde am Mittwoch am Bezirksgericht Luxemburg zu einer Geldbuße von 8.000 Euro verurteilt. Gegen seine Frau, Catherine Gaeng, wurden ein Jahr Gefängnis auf Bewährung und 5.000 Euro Geldstrafe verhängt. Dem Paar wurde in diesem Prozess eine Verletzung des Untersuchungsgeheimnisses und der Gebrauch von unrechtmäßig erhaltenen Informationen zur Last gelegt. Hintergrund ist eines der Bücher von Catherine Gaeng über den Fall ihres Mannes: die sogenannte „Lunghi“-Affäre aus dem Jahr 2016.
Catherine Gaeng hatte für ihr 2021 erschienenes Buch „Donc, nous avons menti au public“ nämlich Informationen aus den Akten der damals noch laufenden Ermittlungen zu dieser Affäre genutzt. Vor Gericht bestritt sie, sowie auch Enrico Lunghi, wissentlich gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Die Richter befanden beide dennoch nun in erster Instanz für schuldig. Dagegen können sie aber noch Berufung einlegen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung in letzter Instanz gilt denn auch weiterhin die Unschuldsvermutung.
Dieser Prozess, der Anfang Februar vor Gericht verhandelt wurde, ist demnach ein Nebenkriegsschauplatz der „Lunghi“-Affäre, die 2016 für viel Schlagzeilen gesorgt hatte …
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