Das Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit weist Vorwürfe zurück, die von der staatlichen Seite vorgeschlagene Schachverständige für ein Gutachten im Fall des suspendierten Chirurgen Philippe Wilmes sei nicht unabhängig. Das teilte das Ministerium von Martine Deprez (CSV) am Donnerstag mit. Damit reagiert es auf einen Artikel des „Luxemburger Wort“.
Dieses hatte am Donnerstag berichtet, dass besagte französische Ärztin eine fachliche Verbindung zu einem der Mediziner des „Centre hospitalier de Luxembourg“ (CHL) unterhalte, die die mutmaßlichen Fehler von Philippe Wilmes dem „Collège médical“ gemeldet hatten. Er und sein Anwalt François Prüm würden aus diesem Grund die Expertin ablehnen. Das Gleiche gelte für jenen Arzt, den die Expertin als dritten Sachverständigen vorgeschlagen habe.
Zwischen beiden ausländischen Medizinern und dem CHL-Arzt gebe es laut dem „Luxemburger Wort“ Verbindungen, wissenschaftliche Kooperationen und gemeinsame Publikationen. Der dritte vorgeschlagene Experte und der CHL-Arzt würden zudem in einer Sportklinik in Katar zusammenarbeiten. Philippe Wilmes teilte den „Wort“-Artikel in den sozialen Medien und nannte dabei erstmals einen Namen, nämlich den des CHL-Cheforthopäden Romain Seil. Er bezeichnete ihn als „Denunzianten“, mit dem Ministerin Martine Deprez „mauscheln“ würde.
In seiner Mitteilung vom Donnerstagabend erklärt das Gesundheitsministerium, dass es gemäß Gesetz nicht das Ministerium sei, das in solchen Verfahren einen Sachverständigen auswählt, sondern der Direktor der Gesundheitsbehörde. Die gesetzlich festgelegten Modalitäten würden dabei die Wahrung des Gleichgewichts zwischen den Parteien gewährleisten. Und die genannte Sachverständige erfülle zweifellos das Kriterium der Unparteilichkeit, „entgegen den Behauptungen, die fälschlicherweise in der Presse verbreitet wurden“ …
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