Bereits seit Oktober verhandeln hohe Beamte der Regierung, Vertreter der Gewerkschaften und Verantwortliche von „ArcelorMittal“ über eine neue Rahmenvereinbarung für die Luxemburger Stahlindustrie. Die letzte Vereinbarung „Lux2025“ lief im Dezember aus, wurde dann aber bis März verlängert. Diese planmäßigen Verhandlungen erhielten aber unlängst eine gewisse Brisanz. Der Grund ist ein möglicher Stellenabbau des Stahlkonzerns im Großherzogtum.
Ende Januar wurde nämlich bekannt, dass ArcelorMittal derzeit die mögliche Auslagerung von rund 5.600 Arbeitsplätzen aus 20 europäischen Ländern nach Indien und Polen analysiert. Davon betroffen wären vor allem Mitarbeiter in „Support“-Bereichen wie IT, Verwaltung, Logistik oder auch Wartung. In Luxemburg könnte eine solche Auslagerung sich auf 1.150 Stellen beziehen und damit rund ein Drittel aller hier Beschäftigten des Konzerns.
Diese Nachricht löste bei der Gewerkschaftsunion von OGBL und LCGB große Besorgnis aus. ArcelorMittal versuchte daraufhin, die Gemüter zu beruhigen, indem der Konzern erklärte, dass eine Auslagerung von Stellen keine beschlossene Sache sei. Vielmehr habe die entsprechende Analyse gerade erst begonnen und sie würde auch wahrscheinlich zeigen, dass die Verlagerung bestimmter Tätigkeiten keinen Sinn mache.
Beruhigend klang das für die Gewerkschaften jedoch nicht. Sie forderten die Einberufung einer „Tripartite“, um die Zukunft der Luxemburger Standorte und Arbeitsplätze zu klären. Die Regierung aber wollte dies bis dato nicht und verwies auf die Gespräche der Arbeitsgruppe zur Rahmenvereinbarung. Arbeitsminister Marc Spautz (CSV) erklärte aber auch, die Regierung werde ihre Verantwortung übernehmen, sollten die Gespräche „nicht vorankommen“ …
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