Die Abgeordnetenkammer hat am Mittwoch die Reform zur optionalen Alphabetisierung auf Französisch mit großer Mehrheit angenommen. Für den Gesetzentwurf stimmten neben den Regierungsparteien CSV und DP auch LSAP, Déi Gréng und Déi Lénk, die ADR stimmte geschlossen dagegen, während die beiden Abgeordneten der Piraten sich enthielten.

Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass Kinder in der Grundschule nicht mehr ausschließlich auf Deutsch, sondern wahlweise auch auf Französisch Lesen und Schreiben lernen können. Dabei handelt es sich um eine fundamentale Reform des Luxemburger Bildungssystems, die im Parlament, aber auch zum Teil im Vorfeld in der Gesellschaft, zu kontroversen Debatten geführt hatte.

Während der parlamentarischen Debatte am Mittwoch bezeichnete Bildungsminister Claude Meisch (DP) das Projekt als ebenso grundlegende wie notwendige Anpassung an die Realität des Landes und der Klassenzimmer. Das Gesetz spiegele vor allem den politischen Willen wider, das Schulsystem „gerechter“ zu gestalten. Der Minister versuchte aber auch mögliche Ängste oder Bedenken zu entkräften, indem er versicherte, dass diese Reform nicht zu einer „Revolution“ der Grundschule führen werde. Die Eltern würden laut Claude Meisch stets „die Wahl haben“, in welcher Sprache ihr Kind alphabetisiert werden soll. Zudem solle die Reform ständig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden …