Der Gesundheitsausschuss des Parlaments befasste sich am Montag auf Antrag der LSAP mit mehreren Themen, von denen bereits jedes für sich einen Eingriff ins Gesundheitswesen darstellt. Zusammengenommen könnten sie sogar das ganze System grundlegend verändern. Zum einen ging es um die Auslagerung bestimmter Dienste aus den Krankenhäusern in externe Strukturen, ob nun als „Antenne“ eines Krankenhauses oder nicht. Zum anderen wurde aber auch über das Thema Ärztegesellschaften und das Projekt „Findel Clinic“ diskutiert.
Bei diesem Projekt möchten die Ärzte Philippe Wilmes und Alain Schmit – einst Vizepräsident bzw. Präsident der Ärztevereinigung AMMD – zusammen mit Investoren – darunter der Unternehmer Marc Giorgetti und der frühere „Country Managing Partner“ von „EY“ in Luxemburg, Alain Kinsch, – nahe des Flughafens ein Zentrum schaffen, in dem sie Ärzten aus dem In- und Ausland Räume und Dienstleistungen zur Verfügung stellen, um dort zu praktizieren. Das „Lëtzebuerger Land“ hatte Ende Oktober zuerst über das Projekt berichtet.
Kritiker befürchten, dass hier wirtschaftliche Interessen im Fokus stehen und die Belange der Patienten in den Hintergrund rücken könnten. Etwa, indem bevorzugt profitable und risikoarme Leistungen erbracht würden. Davor hatten zuletzt in einem offenen Brief im „Luxemburger Wort“ auch die Vorsitzenden der „Conseils médicaux“ mehrerer Krankenhäuser gewarnt. Letztlich besteht für die Kritiker nichts weniger als das Risiko einer Zwei-Klassen-Medizin in Luxemburg. Entsprechende Sorgen äußerten am Montag im Ausschuss vor allem die Abgeordneten von LSAP, Déi Gréng und Déi Lénk.
Gesundheitsministerin Martine Deprez (CSV) erklärte, dass es sich bei der „Findel Clinic“ laut Handelsregister um ein Immobilienprojekt handele und ihr das Vorhaben nicht vorgestellt worden sei. Man müsse weiter beobachten, was dort nun konkret geplant sei …
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