Die Regierung kam am Dienstag mit der Gewerkschaftsunion OGBL-LCGB und dem Patronat zusammen, um über die Arbeitszeitorganisation zu sprechen. Dies allerdings nicht in Form einer Dreierrunde, sondern in bilateralen Gesprächen mit Arbeitsminister Georges Mischo (CSV) und Wirtschaftsminister Lex Delles (DP). Nach der Sozialrunde ohne Einigung im September hatten die Gewerkschaften bekanntlich angekündigt, nicht mehr zu dritt im „Comité permanent du travail et de l’emploi“ (CTPE) verhandeln zu wollen.
Zu einem erneuten Eklat kam es am Dienstag nicht. Zu einem Ergebnis allerdings auch nicht. Die Gewerkschaftsvertreter sprachen nach dem Treffen gegenüber Journalisten von einem „konstruktiven Austausch“, bei dem die Atmosphäre laut LCGB-Präsident Patrick Dury „nett und freundlich“ gewesen sei und es „keinen Streit“ gegeben habe. Bei dem Gespräch hätten die Gewerkschaften nochmals den vollständigen Forderungskatalog zur Organisation der Arbeitszeit vorgelegt, ohne aber dass es von Regierungsseite eine inhaltliche Rückmeldung gegeben habe. „Das Treffen war in Ordnung, aber es gibt kein Ergebnis“, so das dann doch ernüchternde Fazit von OGBL-Präsidentin Nora Back.
Wenig überraschend machten die Gewerkschaften nochmals deutlich, dass sie keine Verschlechterungen für die Arbeitnehmer akzeptieren werden. Eine rote Linie sei dabei ein Heraufsetzen der Höchstarbeitszeit. Im Gegensatz wolle man für Verbesserungen kämpfen, etwa für eine Arbeitszeitverkürzung oder auch mehr Urlaub. „Wir sind fest davon überzeugt, dass alles, was hier diskutiert wird, keine Verschlechterungen sind, es ist nur anders“, sagte seinerseits Michel Reckinger, Präsident des Unternehmerverbands UEL …
Bereits Mitglied? Jetzt einloggen!
