OGBL und LCGB gehen gestärkt aus dem vergangenen Wochenende hervor. Immerhin konnten sie Tausende Menschen für ihre Protestaktion am Samstag in der Hauptstadt mobilisieren. Die Gewerkschaften sprechen von mehr als 25.000, die Polizei von 12.000 bis 14.000 Teilnehmern. So oder so kann die Demo als Erfolg verbucht werden, das räumte sogar Premier Luc Frieden (CSV) ein. Von diesem erwarten OGBL und LCGB jetzt Zugeständnisse.

Besagter Luc Frieden reagierte am Samstagabend bei „RTL“ auf die Demo. Er habe sie via Livestream von seinem Büro zu Hause aus verfolgt. Es sei für die Gewerkschaften eine „erfolgreiche Demonstration“ gewesen, die er „sehr ernst“ nehme. „Fehler“ wollte der Premier keine einräumen, doch er signalisierte Dialogbereitschaft und verwies auf den 9. Juli – den Tag, an dem er die Sozialpartner zu Gesprächen über die Rentenreform empfangen will.

Ob OGBL und LCGB dieser Einladung auch folgen würden, das ließen die Gewerkschaften lange offen. Am Montag entschieden sie aber dann, an der Gesprächsrunde teilzunehmen – allerdings nicht, ohne einige Bedingungen zu stellen: Alle Akteure müssten sich darauf verständigen, wieder zu einem Sozialdialog nach Tripartite-Modell zurückzukehren. Zudem müssten neben der Rentenreform auch die Themen Sonntagsarbeit und Öffnungszeiten im Handel, Kollektivverträge und Mindestlohn auf die Tagesordnung gesetzt werden …