Im Wahlkampf war sie kein Thema, ein Jahr später kommt sie dann aber doch: die Debatte um eine Reform des Luxemburger Rentensystems. Die Regierung will diese Debatte möglichst breit anlegen. Im Oktober und November wird sie nun zunächst mit den Gewerkschaften, dem Patronat und verschiedenen Interessenverbänden sprechen. Doch auch die Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Ideen an die Ministerin für soziale Sicherheit richten können.

Das gab Martine Deprez (CSV) am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt, die den offiziellen Startschuss für die Rentendebatte markierte und bei der die Ministerin nochmals darlegte, warum die CSV-DP-Regierung eigentlich ausloten möchte, wie sie das Rentensystem reformieren könnte: Das Pensionssystem droht nämlich, sich mittelfristig nicht mehr zu tragen. Prognosen zufolge könnte bereits ab 2027 der aktuelle Beitragssatz von 24 Prozent nicht mehr ausreichen, um die Beträge der Jahresrenten zu finanzieren. Als Grundlage der Debatte sollte ein Gutachten des Wirtschafts- und Sozialrates dienen. In diesem kamen die Arbeitnehmer- und die Arbeitgeberseite aber nicht auf einen gemeinsamen Nenner, wie auch Reporter.lu berichtet hatte.

Ab der zweiten Oktoberwoche wird die Ministerin nun verschiedene Akteure zur Beratung treffen. Neben den Gewerkschaften LCGB und OGBL sind dies der Unternehmerverband UEL, die Staatsbeamtengewerkschaft CGFP, die Gewerkschaft des Gemeindepersonals FGFC, die Studentenvereinigung ACEL, die Stiftung IDEA und der Verband der Versicherer ACA. Ebenfalls zu Gesprächen geladen sind der Nachhaltigkeitsrat, die nationale Schülerkonferenz, der Jugendrat, die „Baueren Allianz“, die „Centrale paysanne“, der „Fräie Lëtzebuerger Bauereverband“ und der „Conseil national des finances publiques“ …