Ein anderer „Wochenrückblick“ ist möglich: Pünktlich zum neuen Jahr blickt unsere Redaktion mit einem Augenzwinkern auf Schlagzeilen zurück, die uns besonders beschäftigten. Dieses Mal: #Luc zu Gast bei bayrischen Freunden und #Luc, der glaubwürdige Autofreak.

Luc Frieden fühlt sich alleingelassen. Von den Nachbarländern. Bei EU-Gipfeln sei er von diesen Regierungschefs der einzige, der einer stabilen Mehrheit vorstehe. Das sagte der Premier unter der Woche im bayerischen Seeon. Dort half er seiner Schwesterpartei CSU beim Wahlkampf – ach nee, pardon – natürlich war er nur der Einladung zur Klausur-Tagung gefolgt.

In Deutschland, Frankreich, Belgien, ja sogar in den Niederlanden und jetzt auch in Österreich herrsche politische Instabilität, dozierte Oberstudienrat Luc. So könne Europa nicht funktionieren. Da sollten sich die anderen ein Beispiel an Luxemburg – also an ihm – nehmen. Aber natürlich wolle er niemandem vorschreiben, was er zu wählen hat und was nicht – das überließ er dem stabilen Genie, Markus Söder.

Warum können eigentlich nicht alle Volkswirtschaften Europas so viel wachsen und politisch endstabil die sprudelnden Steuereinnahmen verprassen? Man weiß es nicht. Sind wir Luxemburger einfach cleverer und fleißiger als gewöhnliche Menschen? Oder gründet unser Wohlstand etwa auf jahrzehntelanger Nischenpolitik und anderen Tricksereien, während wir in der EU immer dreist die Solidarität predigen? Im Grunde aber egal, denn wie schon ein gewisser Helmut Kohl wusste: Was zählt, ist, was hinten rauskommt. #EisFinanzplazDatSiMirAll

Apropos christlich-demokratische Ehrenmänner: #Luc nutzte seine Reise auch dazu, seinem großen Idol einen Besuch abzustatten. In der ihm eigenen Bescheidenheit gab sich unser Premier im bilateralen Pläuschchen mit Friedrich Merz aber nicht mit der Fan-Rolle zufrieden. Vielmehr bot er dem konservativen Kanzlerkandidaten seinen Rat an, wie man sein Image neu erfinden, seine Vergangenheit leugnen und quasi ohne Inhalte, dafür aber mit reichlich Rollkragenpullovern im Gepäck Wahlen gewinnen kann. #DerNeueFritz

Lucs Pariser Chaos-Tage

Für den Trip in die oberbayerische Provinz hatte sich der Premier wohl nicht selbst ans Steuer seines Wagens gesetzt. Dabei macht ihm das unheimlich viel Spaß, wie er im bahnbrechenden Interview mit dem „RTL-Automag“ verriet – dem einzig wahren Neujahrsinterview. Denn anders als im traditionellen Format mit „RTL“ hatte Luc Frieden im „Automag“-Interview tatsächlich etwas Neues zu erzählen.

So erfuhr der geneigte Zuhörer, dass der Premier Autofahren ganz „flott“ findet. Und es schon bedauert, dass er nun andauernd chauffiert wird. Und das noch nicht mal in einer von ihm ausgewählten Limousine. Er habe den Dienstwagen von Jean Asselborn geerbt, gab der bedauernswerte Luc Frieden zu. Allerhand: Da ist man Premier der einzigen stabilen Mehrheit auf dem Kontinent und dann muss man die Sachen voriger Minister auftragen. Von wem er seine Dienstwagen samt Chauffeur in seiner Zeit in der Privatwirtschaft erbte, erwähnte er nicht. Schade.

„Ich bin ein großer Fan“: Luc Frieden während des „Meet and Greet“ samt Autogrammstunde bei seinem politischen Vorbild. (Foto: Privat)

Doch #Luc nimmt es sportlich, lobt die „flotten“ Gadgets in modernen Autos, schwelgt aber auch in Nostalgie. So erinnert er sich daran, wie „flott“ (was sonst?) es war, als er als Kind hinten im Familien-Citroën saß, wenn dieser„iwwer d’Kaul gaangen ass“. Und wie (Sie ahnen es …)„flott“ es war, als Student in Paris im eigenen Auto im „Chaos“ um den Arc de Triomphe zu cruisen. Oder wie (ok, so langsam reicht’s …) „flott“ sein erstes Auto war, ein dunkelgrüner Renault 5, ein Geschenk seiner Oma – mutmaßlich, weil der Enkel immer so artig war.

Denn gegen die Verkehrsregeln verstoßen, ja gar Punkte verloren, das hat der Autofahrer Luc Frieden nie. Und Motorrad, das ist er, obwohl sonst bekanntlich ein richtiger Draufgänger, auch nie gefahren. Das unterscheidet ihn demnach vom Biker-Gang-Mitglied Claude Wiseler. Die Älteren werden sich erinnern, wie der damals eigentlich schon sichere nächste Premier im Wahlkampf 2018 als echter „Easy Rider“ zeigte, wie eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik aussieht. #Luc, also der, der tatsächlich Premier wurde, findet aber immerhin das Fahrradfahren „ganz flott“.

Melodien für Mandatsträger

Wenn er dann doch mal selbst am Steuer sitzt, dann empfindet der Premier das als ganz erholsam und nutzt diese Zeit auch zum Musik hören. Was bei ihm aus den Lautsprechern kommt, das sagt er im Interview leider nicht. Dafür hatte sich das „Lëtzebuerger Land“ diese Woche in der Politiklandschaft auf musikalische Spurensuche gemacht. Da erfährt man unter anderem, dass bei Sven Clement Peppa Pig und bei Carole Hartmann Helene Fischer auf Platz eins der Playlist stehen, wobei beide Jungpolitiker nicht davor zurückschrecken, diese Wahl ihren Kindern in die Schuhe zu schieben.

Jeff Boonen hingegen hört am liebsten Tschaikowski und die Scorpions, Claire Delcourt Coldplay und Imagine Dragons, Taina Bofferding Arcade Fire, während Djuna Bernard, François Benoy und auch Stéphanie Weydert echte „Swifties“ sind. Marc Goergen seinerseits findet – wenig überraschend – Trost bei Céline Dion. Immerhin war es einst die kanadische Sängerin, die jenem Film den musikalischen Rahmen verlieh, in dem ein Schiff sich auf unwiderruflichem Kollisionskurs mit einem Eisberg befand und der Hauptprotagonist vom Bug aus aufs Meer hinausposaunte, er sei der König der Welt. #WeArePirates

Im himmlischen Skiurlaub ebenso stilsicher wie beim Sozialdialog: Arbeitsminister Humpe-Georges Mischo (Foto: Facebook)

Als König der Welt fühlt sich zweifelsohne auch Elon Musk. Und dessen Einmischung in die Politik anderer Länder findet Luc Frieden nun auf einmal gar nicht so „flott“. Nein, das sei „relativ speziell“. Klare Kante vom Premier, so kennen wir ihn.

Noch kantiger war da nur Franz Fayot. „Die Menschen in allen Ländern wollen nicht, dass Sie sich in ihre Demokratien einmischen. Für den Zweck Ihrer faschistischen Politik, die nur Ihren eigenen Geschäftsinteressen dient“, hielt Firlefranz dem Tech-Milliardär auf dessen Plattform „X“ entgegen. #Bäm!

Da hatte der kapitalismuskritischste Ex-Wirtschaftsminister, seit es es staatlich finanzierte Dienstreisen gibt, es dem Trump-Flüsterer aber mal so richtig gegeben. Seitdem hört man von Elon Musk ja auch gar nichts mehr. Die Welt ist gerettet. Und das Wochenende auch.

In diesem Sinne: Immer schön stabil bleiben!


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