Der Gesetzentwurf zur Verlängerung der Schulpflicht bis zum Alter von 18 Jahren muss überarbeitet werden. Der Staatsrat erhebt in seinem Gutachten zum Entwurf gleich neun formelle Einwände. Der hohen Körperschaft mangelt es an vielen Stellen an präzisen Formulierungen und Angaben. Ganz allgemein stellt sie aber auch den Sinn des Vorhabens infrage.

Die Erhöhung des Schulpflichtalters von heute 16 auf künftig 18 Jahre hatte Bildungsminister Claude Meisch (DP) im Herbst 2021 überraschend angekündigt. Damit soll der zunehmenden Zahl von Schulabbrechern entgegengewirkt werden, so das Ziel des Ministers. Neu geschaffene Einrichtungen sollen zudem Schüler mit Problemen, die riskieren, ohne Abschluss zu enden, besser unterstützen.

In seinem Gesetzentwurf führt das Bildungsministerium als Ursachen des Schulabbrecher-Phänomens die „konstante demografische und soziologische Entwicklung“, die „zunehmende Komplexität der Luxemburger Gesellschaft“ und eine „erhöhte Heterogenität“ der Schülerschaft an. Der Staatsrat findet diese Argumentation allerdings wenig fundiert …