Wohnungsbauminister Henri Kox hat gehalten, was er versprach: Die Reform des Mietgesetzes wurde noch vor dem Sommer präsentiert. Das Gesetz enthält einige wesentliche Verbesserungen für Mieter. Eine dauerhafte Regulierung der Mietpreise gehört allerdings nicht dazu.

In Zukunft sollen die Kosten für die vermittelnde Immobilienagentur jeweils zur Hälfte von Mieter und Vermieter getragen werden und nicht wie bisher alleine auf den Schultern des Mieters lasten. Außerdem sieht die Reform vor, die Mietgarantie von drei auf zwei Monate zu senken und den Vermieter dazu zu verpflichten, diese im Fall einer Auflösung des Vertrages in einem angemessenen Zeitrahmen zurück zu bezahlen. Diese konkreten Maßnahmen der Reform sollen die Situation des Mieters auf dem Wohnungsmarkt erleichtern.

Für Jean-Michel Campanella, Präsident des erst kürzlich gegründeten Mietervereins gehen diese Anpassungen zwar in die richtige Richtung, aber nicht weit genug. „Wir würden eine stärkere Entlastung des Mieters befürworten: ein Monat Garantie und die komplette Übernahme der Agenturkosten durch den Vermieter wären angesichts der Machtverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt durchaus angemessen.“

Gesetzliche Grundlage für Wohngemeinschaften

Erfreut zeigte sich der Präsident des Mieterschutzbundes darüber, dass Wohngemeinschaften im überarbeiteten Mietgesetz nun eine gesetzliche Grundlage bekommen sollen. Ein überfälliger Schritt, durch den das Mietgesetz sich den verändernden Bedürfnissen der Gesellschaft endlich anpasse, so Jean-Michel Campanella.

Die Reform des Mietgesetzes wird die Wohnungsnot nicht lösen.“Henri Kox, Wohnungsbauminister

Sie hätten hier „eine super Lösung“ gefunden, indem das Ministerium sich vom belgischen Modell habe inspirieren lassen, meinte auch Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) …