Die internationalen Journalistenverbände FIJ und FEJ melden sich in Bezug auf die aktuelle Diffamierungskampagne gegen die Journalistin Véronique Poujol zu Wort. Sie haben diese denn auch unter anderem dem Europarat gemeldet.

Die „Fédération internationale des journalistes“ (FIJ) und die Fédération européenne des journalistes“ (FEJ) zeigen sich solidarisch mit der Journalistin Véronique Poujol von Reporter.lu, die aktuell Ziel einer Diffamierungskampagne durch eine eigens dazu eingerichtete Webseite ist. Die beiden Verbände haben den Vorfall auch der Plattform für die Sicherheit von Journalisten des Europarates sowie der Plattform „Mapping Media Freedom“ gemeldet. Zuvor hatte auch bereits die „Association luxembourgeoise des journalistes professionels“ (ALJP) die Kampagne angeprangert.

Besagte Webseite gibt vor, auf einer journalistischen Recherche zu beruhen, und wirft Véronique Poujol insbesondere Voreingenommenheit vor und dass sie Artikel gegen Bezahlung verfasst habe. Die Seite, die im Ausland gehostet ist, behauptet auch, die Journalistin und die Redaktion von Reporter.lu kontaktiert zu haben, um Stellungnahmen zu erhalten, was jedoch nicht der Fall ist, wie Laurent Schmit, stellvertretender Chefredakteur von Reporter.lu, auch in der neuesten Episode des Podcasts „On the Record“ erklärt.

In dem Podcast betont er auch nochmals, dass die vorgebrachten Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren, falsch und diffamatorisch sind und die Chefredaktion wie auch alle Redaktionskollegen hinter Véronique Poujol stehen. Die Journalistin hat mittlerweile Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch die ALJP prüft die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten.

„Heimtückisch und hinterhältige Methode“

In den vergangenen Tagen hatten neben der ALJP auch mehrere Journalisten und Journalistinnen in Meinungsbeiträgen ihre Solidarität mit Véronique Poujol bekundet und die Diffamierungskampagne verurteilt. Am Donnerstag taten dies nun auch die „Fédération internationale des journalistes“ und die Fédération européenne des journalistes“. In ihrer Stellungnahme erinnern die Journalistenverbände daran, dass journalistische Kritik legitim ist und dass Verleumdungskampagnen sowie die Verbreitung falscher Anschuldigungen nicht mit Meinungsfreiheit verwechselt werden dürfen.

„Wir stehen der Journalistin Véronique Poujol voll und ganz zur Seite. Eine Website einzurichten, um eine Journalistin ins Visier zu nehmen, ist äußerst hinterhältig – sowohl für ihren Ruf als auch für ihre Sicherheit“, erklärt FEJ-Generalsekretär Ricardo Gutiérrez in der gemeinsamen Stellungnahme der beiden Verbände. „In einer Zeit, in der sich Lügen rasend schnell verbreiten und als Vorwand dienen, um Medienschaffende zu schikanieren, zählen wir darauf, dass die Behörden diesen Fall mit der gebotenen Ernsthaftigkeit behandeln“, so Ricardo Gutiérrez.

„Den Ruf einer Journalistin anzugreifen, um ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben, ist eine besonders heimtückische Methode, um sie zum Schweigen zu bringen“, betont seinerseits der Generalsekretär der FIJ, Anthony Bellanger. „Journalisten gegen solche Praktiken zu verteidigen, bedeutet auch, das Recht der Öffentlichkeit auf freie und unabhängige Informationen zu verteidigen“, so Anthony Bellanger.

Die Journalistenverbände haben auch bereits eigene Schritte gegen die Diffamierungskampagne unternommen. Wie bereits erwähnt, haben sie dazu „Alerts“ an die „Safety for jounalist“- Plattform des Europarates sowie an die Plattform „Mapping Media Freedom“ gerichtet.


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