Das Vorgehen von Georges Mischo bei der Planung eines nationalen Sportmuseums führt zu Spannungen innerhalb der Regierung. Laut Recherchen von Reporter.lu hat das Finanzministerium das Projekt bis auf Weiteres auf Eis gelegt – und will es juristisch prüfen lassen.

„Also, ich habe kein schlechtes Gewissen, dass wir da größere Fehler gemacht hätten“, wurde Georges Mischo noch am Montagabend von „RTL“ zitiert. Damit antwortete der Arbeits- und Sportminister auf die Kritik an seiner Vorgehensweise bei der Planung eines nationalen Sportmuseums. Reporter.lu hatte zuvor exklusiv über die Hintergründe „heiklen Prestigeprojekts“ von Georges Mischo berichtet. Vor allem eine Vorab-Vereinbarung zwischen dem Sportminister und dem Immobilienunternehmer Éric Lux warf dabei kritische rechtliche Fragen auf.

Wie sich herausstellt, zieht das geplante Sportmuseum nun auch weitere politische Kreise. Laut Informationen von Reporter.lu soll Minister Georges Mischo (CSV) den Ministerrat bei der Vorstellung des Projekts im vergangenen Mai nämlich nicht über den Deal mit „IKO Real Estate“ sowie über mehrere Arbeitstreffen zwischen Vertretern des Sportministeriums und dem Immobilienkonzern informiert haben.

Vor allem Finanzminister Gilles Roth (CSV), dessen Ressort für die Bewilligung von Immobilienkäufen durch den Staat zuständig ist, soll bis kürzlich nicht über alle Details des Projekts seines Kabinetts- und Parteikollegen in Kenntnis gesetzt worden sein. Deshalb habe der Finanzminister das Projekt in seiner aktuellen Form auf Eis gelegt und dies innerhalb der Regierung auch so kommuniziert, heißt es aus übereinstimmenden Koalitionskreisen.

Regierung nur teilweise informiert

Diese Entscheidung dürfte besonders durch den exklusiven Charakter mancher Klauseln im „Protocole d’accord“ zwischen Sportministerium und IKO Real Estate begründet sein. Letztlich geht es um die Frage, ob das geplante Sportmuseum vor dem Hintergrund des Vorgehens von Georges Mischo den gesetzlichen Vorgaben bezüglich öffentlicher Ausschreibungen entspricht. Laut Regierungskreisen will das Finanzministerium nun jedenfalls die Rechtmäßigkeit des ganzen Projekts prüfen lassen, bevor weitere Beschlüsse gefasst werden …