Ein anderer „Wochenrückblick“ ist möglich: Pünktlich zum Nationalfeiertag blicken wir mit einem Augenzwinkern auf Schlagzeilen zurück, die uns besonders beschäftigten. Dieses Mal: Wie Frank E. lernte, die Bombe zu lieben und andere Gründe für ein langes Wochenende.
Fragen Sie sich angesichts der explosiven Weltlage auch manchmal, wo das alles hinführen soll? Ob das alles irgendwie gutgeht? Oder malen Sie sich etwa wie ein gewisser Frank Engel aus, wie man bei all den globalen Konflikten noch einen draufsetzen und komplett eskalieren kann?
Was Israel im Iran fertigbrachte, und die Ukraine rezent in Russland, könnte eine „éierbar europäesch-kanadesch Allianz, ouni USA, och hikréien“, schwadronierte der erfolgreichste CSV-Präsident der Geschichte nämlich auf Facebook. So könnte man jedenfalls Russland „definitiv onschiedlech maachen“ und zwar „fir ëmmer“.
So sympathisch und einleuchtend Frank Engels Kriegspläne im ersten Moment klingen mögen, so sind sie doch vielleicht, also ganz eventuell doch problematisch. Vielleicht nicht mit Blick auf das Völkerrecht, den gesunden Menschenverstand oder wegen des durch einen Präventivschlag gegen eine Atommacht herbeigeführten nuklearen Wintereinbruchs in Europa. Nein, palavert Frank Engel sich in sozial-mediale Rage. Bedauerlich sei vielmehr, dass wir im verwöhnten Westen uns einen solchen gequirlten Schwachsinn einfach nicht zutrauen: „Wa mer net esou onsäglech feig an onfäeg wiren, an Europa“, so das resignierte Fazit des geopolitischen Masterminds.
Andererseits ist die vom Frankster erhoffte Eliminierung Russlands wohl nur die Fortsetzung der Engel’schen Parteipolitik mit anderen Mitteln. Der Aggressor in Moskau soll letztlich das gleiche Schicksal ereilen wie die unsägliche Satire-Partei „Fokus“, die der anerkannte Spezialist für kreative Finanzführung bekanntlich im Alleingang „definitiv onschiedlech“ gemacht hat. Oder es handelt sich nur um eine durchaus gewagte Marketing-Aktion von Frank „Hydrogen Bomb“ Engel.
Das Comeback eines Dreamteams
Apropos unsäglich unfähig: Die neue Politmonitor-Umfrage zu den beliebtesten Politikern des Landes sorgte diese Woche für so manche Überraschung. An der Spitze des Rankings thront auch weiterhin der Premier der liberalen Herzen, Xav I., flankiert von seiner getreuen Covid-Ministerin Paulette Nationale und dem ewig gestrigen – pardon – ewig populären Charles Goerens. Warum das Spitzentrio so spitze ist, das wissen die drei wohl selbst nicht. Doch es fühlt sich bestimmt gut an.
So wie in guten alten Pandemie-Zeiten, als Xav in dieser totalen Ausnahmesituation mit seiner besonnenen Art die Bevölkerung zu beruhigen vermochte und Paulette mit der ihr ganz eigenen Entscheidungsfreudigkeit knallhart all jene Maßnahmen durchpeitschte, die nötig waren, um das Virus „definitiv onschiedlech“ zu machen. Ach war das schön, blickten die beiden Besties jedenfalls nostalgisch in einem „Tageblatt“-Interview auf die gemeinsame Zeit zurück. #Memories
Der ewig missverstandene CEO
Denn heute ist bekanntlich nichts mehr, wie es war. Luxemburg wird von einem bescheidenen CEO mit überragendem Leadership geleitet, der sich nicht davor scheut, klare Ansagen zu machen, die jedem auf Anhieb einleuchten, die aus dem dauerhaften Dialog entstanden sind und über die auch alle Koalitionäre natürlich im Detail Bescheid wussten. Doch bekanntlich muss in einer Demokratie nicht jeder mit allem einverstanden sein und wenn man „flott“ miteinander diskutiert, ist das noch lange kein Streit.
Das sehen aber offenbar nicht nur die undankbaren Gewerkschaften anders, sondern auch das durchaus dämliche Wahlvolk. Wie sonst ist es zu erklären, dass der tüchtige #Luc so beliebt ist wie der alte Frieden, und im Politmonitor um vier Plätze abschmiert? Da fragt man sich, was ihn mehr schmerzt: Die Punkteverluste, die schlechte Platzierung oder dass Außenminister Xav trotz seiner ihm ganz eigenen Diplomatie vor ihm rangiert. Und dann auch noch diese Paulette.
Die Selbst-Demütigung der Paulette L.
Apropos Paulette: Wir wussten ja schon lange, dass die talentierte Taktikerin den Traum vom ganz großen Posten noch nicht aufgegeben hat. Zunächst gab sie nach und überließ der forschen Taina den Fraktionsvorsitz der LSAP. Dann tauchte sie im Parlament scheinbar komplett im Mittelmaß der zweiten Reihe der Sozialisten unter. Nur um jetzt doch noch, den ganz großen Coup zu wagen!
Paulette Lenert griff nämlich letzte Woche nach den Sternen und der ganz großen Macht im Staat. Nein, nicht was Sie jetzt denken. Es ging natürlich um die „Union luxembourgeoise des consommateurs“ (ULC). „Wenn schon ein Comeback, dann aber richtig“, dachte sich die Mutter Courage der Luxemburger Politik wohl. Wer träumte nicht schon als kleines Kind davon, eines Tages Präsidentin des Konsumentenschutzes zu werden! #WoopWoop!
Nur blöd, dass es am Ende nicht reichte. Die frühere Vize-Premierministerin unterlag bei der Wahl gegen irgendeinen hergelaufenen Gewerkschafter und ULC-Schatzmeister. Als wäre die ganze Episode nicht schon absurd und demütigend genug, versetzte ihr dann auch noch die Presse einen schweren Schlag. Schrieb die Luxemburger Journaille früher noch glorreiche Porträts über die mögliche erste Premierministerin des Landes, ist die LCGB-Kandidatin (sic!) jetzt nur noch eine Randnotiz wert. #Sad
Von einer Party zur nächsten
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen nicht nur ein schönes, langes, sonniges Wochenende und viel rot-weiß-blaue Glücksmomente, sondern auch eine glückliche Hand bei der Berufswahl. Lassen Sie sich nicht unterkriegen wie Paulette Nationale. Der nächste prestigereiche Top-Job wartet womöglich nur darauf, dass Sie ihn knapp verpassen.
Im Zweifel könnten wir alle aber auch mal einen Moment innehalten, die Fähnchen schwingen und den scheidenden Großherzog noch einmal so richtig abfeiern, bevor dann am nächsten Wochenende das nächste Großereignis ansteht: Laut den Gewerkschaften soll die ganze arbeitende Bevölkerung nämlich bei der nationalen Demo dem Board of Directors der Luxembourg S.A. unter dem Motto „Gegen diese Regierungspolitik!“ mal so richtig den Marsch blasen.
Luc Frieden versteht das ganze jedoch mal wieder ganz anders. Die „jungen Menschen“ in seinem Umfeld haben ihm schließlich gesagt: Die Gewerkschaften haben für den 28. Juni lediglich dazu aufgerufen, den von #Luc persönlich doch als so „flott“ bezeichneten Sozialdialog zu würdigen. Und nach ihrem zivilisierten Spaziergang durch die Stadt wollen sie anscheinend nur sein geniales Vorgehen in der Arbeits- und Rentenpolitik feiern. Wir halten es an dieser Stelle natürlich mit dem CEO. Denn Dialog hin oder her: „Flott“ wird es bestimmt. #Vive


