Bis 2030 soll der Luxemburger Fuhrpark zur Hälfte aus Elektro- oder Hybridfahrzeugen bestehen. Die Regierung setzt deshalb auf steuerliche Anreize für deren Nutzung als Dienstwagen. Eine Neuerung stellt jedoch das Erreichen der Klimaziele infrage.
Die Regierung benötigte nur zwei Seiten, um einen Rückzieher zu machen. Mitten im Sommerloch beschloss das Finanzministerium, die steuerlichen Anreize für Dienstwagen zu überarbeiten. Der kurze Text ist das Ergebnis von längeren Diskussionen zwischen dem Verband der Autohändler und mehreren Ministerien. Finanzminister Gilles Roth (CSV) gab dem Druck der Lobby jetzt nach. Die fiskalischen Vorteile werden verlängert – und ein neuer hinzugefügt. Demnach sollen Plug-in-Hybride wieder stärker gefördert werden. So jedenfalls sieht es der Entwurf der entsprechenden großherzoglichen Verordnung vor.
Bereits 2022 war unter dem damaligen Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) eine Reform der Sachleistungen für Arbeitnehmer umgesetzt worden. Es war schon die zweite unter Blau-Rot-Grün. Fünf Jahre zuvor war mit der Steuerreform, die die freiwillige individuelle Besteuerung einführte, ebenfalls der Steuervorteil reformiert worden. Vor der Reform von 2017 führte die Bereitstellung eines Dienstwagens zu einem fiktiven Anstieg des Bruttogehalts des betroffenen Beschäftigten um 1,5 Prozent des Wertes des Autos. Kostete das Fahrzeug etwa 40.000 Euro, stieg das Bruttogehalt um 600 Euro monatlich. Über diesen Weg wurde die Nutzung von Dienstwagen für den Eigenbedarf besteuert.
Erst durch die Reform von François Bausch wurde auch der CO2-Ausstoß des Fahrzeugs berücksichtigt. Diese Regelung galt bis Ende letzten Jahres und legte für Verbrennungsmotoren einen Satz zwischen 0,8 und 1,8 Prozent fest. Je nach Verbrauch würde im vorigen Beispiel das zu versteuernde Gehalt also um 320 bis 720 Euro steigen. Doch auch dies sollte nur eine Übergangsregelung sein.
Sinkende Verkaufszahlen bei Dienstwagen
Den niedrigsten Prozentsatz gibt es für Elektro- und Wasserstoffautos. Das Bruttogehalt stieg bei diesen in der Regel nur um 0,5 Prozent des Einkaufspreises. Bei Elektroautos mit einer besonders hohen Leistung beträgt der Prozentsatz derweil noch 0,6 Prozent. Doch während der Prozentsatz für Verbrenner seit Jahresbeginn unabhängig vom Verbrauch und Emissionen auf zwei Prozent angehoben wurde, sollte der niedrigere Satz für Elektroautos noch bis zum Jahresende gelten. Danach sollten auch Elektroautos höher besteuert werden. Den Autohändlern aber ist die Regelung schon länger ein Dorn im Auge.
Plug-in-Hybride sind ein Einstieg in die Elektromobilität. Deshalb ist es wichtig, sie auch weiterhin zu fördern.“Gerry Wagner, „House of Automobile“
„Seit 2025 haben wir ein Problem im Dienstwagen-Segment. Die Verkaufszahlen gingen stark zurück“, sagt Gerry Wagner im Gespräch mit Reporter.lu. Laut dem Sprecher des „House of Automobile“ ist der Einbruch sowohl bei Elektroautos als auch bei Verbrennern zu erkennen. Tatsächlich ist die Zahl, der auf Unternehmen angemeldeten Fahrzeuge seit 2025 rückläufig. Aus den Statistiken der Zulassungsbehörde SNCA geht hervor, dass im Januar 2025 noch 102.300 Fahrzeuge auf Unternehmen zugelassen waren, inzwischen sind es 99.200. „Viele Menschen sind aus dem System ausgestiegen und haben sich privat ein Fahrzeug gekauft“, erklärt Gerry Wagner.
Für die Händler wird dies zunehmend zu einem Problem, denn während Dienstwagen in der Regel alle drei Jahre ersetzt werden, ist die Nutzungsdauer bei Privatfahrzeugen mit sieben bis acht Jahren weitaus höher …
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