Die Autobahntunnel Grouft und Stafelter gelten als die modernsten und sichersten im ganzen Land. Doch die Straßenbauverwaltung will nach nur zehn Jahren das komplette Löschsystem ersetzen. Der Prozess und der praktische Nutzen der Anlage werfen Fragen auf.

Stolz verkündete die Firma „Rosenbauer“ 2013 den Großauftrag in einer Pressemitteilung: „Rosenbauer, der führende Feuerwehrausstatter, rüstet die neu errichteten Tunnel Grouft und Stafelter in Luxemburg mit 110 Stück Tunnellöschanlagen im Wert von 2,2 Millionen Euro aus.“ Als effiziente „Hilfe zur Selbsthilfe“ bezeichnet der Produzent sein System, auf das die Nutzer des Tunnels im Notfall zurückgreifen können, um einen Brand zu löschen.

Beim Produkt handelt es sich um einen rund 60 Meter langen, aufgewickelten Löschschlauch, der fest im Tunnel verbaut ist. Im Notfall sollen Autofahrer und andere Tunnelbenutzer lediglich eine Tür in einer Nische öffnen und die Löschpistole entnehmen. Diese verspritzt dann Löschschaum mit einer „Wurfweite“ von 15 Metern.

Heute erscheinen die beeindruckenden Zahlen und Versprechen der Firma in einem anderen Licht. Das liegt auch an einer öffentlichen Ausschreibung der „Administration des Ponts et Chaussées“. Denn die für die Tunnel zuständige Straßenbauverwaltung will zentrale Komponenten des Systems nun ersetzen. Dabei wurden die Anlagen in den beiden Tunneln auf der Autobahn A7 erst vor zehn Jahren installiert. Laut dem technischen Datenblatt sollen die bestehenden Komponenten „komplett demontiert und entsorgt“ werden.

Tests offenbaren Mängel

Warum soll das kostspielige System komplett ersetzt werden? Die Straßenbauverwaltung selbst begründet den Austausch der Anlagen zunächst mit den Herstellervorgaben: „Die Druckluftbehälter des Systems müssen alle zehn Jahre ausgetauscht werden.“ Anstatt die Behälter zu erneuern, habe man sich entschieden, auf ein „weniger wartungsintensives System“ zu wechseln …