Über 198.000 Mahlzeiten hat die „Stëmm vun der Strooss“ 2023 verteilt. Das sind fast 40.000 mehr als im Vorjahr. „Das ist enorm für uns“, betonte Finanzdirektor Arnaud Watelet bei einer Pressekonferenz am Montag. Er präsentierte mit anderen Vertretern der Vereinigung die Zahlen des vergangenen Jahres. Demnach wurden sämtliche Angebote der „Stëmm“ deutlich mehr genutzt. „Wir sind froh, dass wir der Nachfrage nachkommen konnten, aber sind nicht sicher, ob wir das langfristig schaffen“, so Arnaud Watelet. Immerhin wurden 2023 bei der „Stëmm“ 52 Prozent mehr Kunden gezählt als noch 2022.

Nicht nur an den zwei Adressen in Hollerich, sondern auch in Esch und Ettelbrück gab es mehr Zulauf. An unterschiedlichen Standorten können bedürftige Personen eine warme Mahlzeit, saubere Kleidung und Duschen, eine soziale Betreuung und auch ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. 11.173 Personen kamen 2023 zur „Stëmm“. Die Organisation erklärt diese große Bedürftigkeit durch Krieg, Inflation, Geflüchtete und Immigration.

Die Zahlen zu den Nationalitäten unter den Nutzern des Angebots der „Stëmm“ geben weitere Einblicke: Portugiesen und Luxemburger machen mit 15 und annähernd 14 Prozent die größten Gruppen aus. Darauf folgen mit jeweils rund fünf Prozent Rumänen, Spanier, Franzosen und Ukrainer, ergaben die Erhebungen der „Stëmm“. 141 Nationalitäten machen die restlichen 50 Prozent aus.

Eine große Veränderung, die die Mitarbeiter der gemeinnützigen Organisation beobachten, sind die zahlreichen Minderjährigen unter ihren Kunden. Waren es in den Vorjahren noch um die 170 Kinder und Jugendliche, waren es 2023 rund 389. Dies sei auch der zunehmenden Zahl an „Working poor“ zuzuschreiben, die mit ihren Familien auf die Mahlzeiten für 50 Cent angewiesen seien.

Marcel Detaille, Präsident der „Stëmm vun der Strooss“, äußerte sich besorgt angesichts der zunehmenden Armut: „Beim Eröffnen einer neuen Struktur ist mir bereits klar, dass diese in Kürze zu klein sein wird.“ Ein wiederkehrendes Problem ist laut dem Präsidenten die Suche nach einem Ort für beispielsweise ein soziales Restaurant, aber dann auch die Suche nach Personal.

Dabei arbeiten in der Küche der sozialen Restaurants zahlreiche Personen, die Teil einer Maßnahme zur gemeinnützigen Arbeit sind. Durch eine Finanzierung über das Gesundheitsministerium werden bei der „Stëmm vun der Strooss“ zudem Ateliers für Arbeitsplätze zur beruflichen Eingliederung, wie die Wäscherei „Schweesdrëps“ oder die Redaktion der Zeitung „Stëmm vun der Strooss“, angeboten. 2023 gingen dort insgesamt 365 Personen einem „Travail d’utilité collective“ nach. (FK)


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