Auch in Luxemburg wird das E-Auto immer beliebter. Dieser Trend verändert den Automarkt. Privates Leasing wird populärer und neue Anbieter werben um Kunden. Noch boomt der Markt, doch alle Augen sind auf das Auslaufen der Umweltprämie gerichtet.

Die Revolution auf dem Automarkt kommt so leise daher wie jene Fahrzeuge, die in ihrem Zentrum stehen. Der Markt für Elektrofahrzeuge in Luxemburg boomt. Spätestens seit der Pandemie laufen batteriebetriebene Autos den klassischen Verbrennern mehr und mehr den Rang ab. Während die Zulassungszahlen bei Benzinern und Dieselautos seit 2019 stetig sinken, findet im E-Autobereich das Gegenteil statt. Wurden 2019 lediglich rund 1.000 rein elektrische Autos zugelassen, hat sich der Wert 2023 bereits verzehnfacht: auf insgesamt über 11.000. Hinzu kommen noch einmal fast 10.000 teilelektrische Fahrzeuge.

Dies geht aus Zahlen der staatlichen Zulassungsbehörde SNCA hervor. Im Bestand sind die Verbrenner mit rund 80 Prozent der zugelassenen Autos immer noch in der Mehrzahl, doch die E-Autos holen auf. Mittlerweile sind fünf Prozent aller zugelassenen Autos batteriebetrieben. Rechnet man die teilelektrischen Hybrid-Fahrzeuge hinzu, kommt man auf mehr als 15 Prozent.

Der Trend markiert dabei nicht nur einen Wechsel der Antriebsart, sondern sorgt auch zunehmend für Veränderungen beim Käuferverhalten. Zwar sei Luxemburg immer noch ein Land der Käufer, was einen Neuwagen betrifft, doch der Markt habe sich in den letzten Jahren durchaus verändert, meint Philippe Mersch, Präsident der „Fédération des Distributeurs Automobiles et de la Mobilité“ (Fedamo). „Leasing ist zwar nichts grundlegend Neues und war bei Firmenwagen schon immer verbreitet. Doch mittlerweile gibt es den Trend auch bei Privatleuten und besonders beim E-Auto“, so Philippe Mersch.

Leasing als Gesamtlösung

Für den Präsidenten der Fedamo stellt dieses Finanzierungsmodell eine zusätzliche Möglichkeit für Kunden dar, die Wert auf eine zeitlich begrenzte Bindung an ihr Fahrzeug legen. „Beim Leasing ist es ja so, dass man genau abschätzen kann, wie lange man ein Auto nutzt. Nach dieser Frist ist der Kunde dann nicht mehr an sein Fahrzeug gebunden. Das ist für viele Kunden durchaus attraktiv“, so Philippe Mersch im Gespräch mit Reporter.lu.

Ein Grund könnte auch darin liegen, dass der Trend hin zur Elektromobilität ein relativ neues Phänomen ist. Die Erfahrungswerte, die über Jahre mit klassischen Verbrennern gemacht wurden, gelten beim E-Auto nur bedingt. Wie geht es mit dem technischen Fortschritt in den nächsten Jahren weiter? Wie lange hält die Batterie? Und vor allem: Wie wird sich der Restwert entwickeln? Eine Antwort auf diese Fragen lautet immer öfter: Leasing. Der Grund: die Vorhersehbarkeit. Denn anders als bei einer Finanzierung kauft man den Wagen nicht, sondern bezahlt lediglich für die Nutzung, etwa über einen festgelegten jährlichen Kilometerwert und den vom Hersteller festgelegten Wertverlust. Durchschnittliche Leasingangebote liegen dabei zwischen 200 und 500 Euro im Monat, je nach Anzahlung und den im Angebot enthaltenen Serviceleistungen.

Es ist ein Punkt, den auch Gerry Wagner, Pressesprecher des Branchenverbands „House of Automotive“, im Gespräch mit Reporter.lu betont: „Leasing gibt den Kunden durch die Fixkosten eine Sicherheit und Planbarkeit, die es bei einem Kauf von einem Elektroauto nicht unbedingt gibt …