Bis zum 1. März sollten die Verantwortlichen des Science Center Rechenschaft über den Umgang mit staatlichen Geldern ablegen. Doch weder diese noch andere Auflagen des Bildungsministeriums wurden erfüllt. Währenddessen ermittelt die Justiz weiter.

Das Tauziehen zwischen dem Staat und dem „Luxembourg Science Center“ nimmt kein Ende. Dabei wollte Bildungsminister Claude Meisch (DP) dem Verwaltungsrat des Wissenschaftszentrums eigentlich keinen Spielraum mehr lassen. Im April 2023 hatte sein Ministerium die Konvention mit dem Zentrum aus Differdingen aufgekündigt. Zuvor hatte Reporter.lu exklusiv über die Missstände beim Science Center berichtet. Die Finanzinspektion hatte ihrerseits die Konten des Firmenkonstrukts durchleuchtet.

Zur Erinnerung: Die Recherchen von Reporter.lu hatten vor allem ein auf den Gründer Nicolas Didier zugeschnittenes Firmenkonstrukt offengelegt, das dessen Interessenkonflikte verdeutlichte. Zuerst sollte Klarheit in die Finanzen gebracht und die Governance überarbeitet werden, lauteten denn auch die Bedingungen des Bildungsministeriums für eine Fortführung des Projekts. Dafür erhielt das Zentrum ein Übergangsbudget, das Mitte April auslaufen soll. Bis dahin sollten die nötigen Reformen durchgeführt werden.

Doch offenbar weigert sich der Verwaltungsrat des Science Center, diesen Zeitrahmen einzuhalten. „Ich gehe davon aus, dass wir eine weitere Übergangskonvention abschließen werden“, sagt Gilles Dhamen, Erster Regierungsrat im Bildungsministerium, im Gespräch mit Reporter.lu. Der Beamte leitet das Komitee, das die Übergangsphase begleiten soll.

Noch im Oktober hatte Nicolas Didier in seiner Funktion als Vorsitzender des Science Center den Bedingungen des Bildungsministeriums in einem „Memorandum of Understanding“ (MoU) zugestimmt. Dadurch hätte die Zukunft des Zentrums vorerst gesichert werden können. Doch fünf Monate nach der Unterschrift wurde noch keine der Bedingungen des MoU erfüllt.

Verzögerungen und Stirnrunzeln

Eine Bedingung war die Durchführung eines Audits, das Rechnungen analysieren sollte, welche die Betreiberfirma „GGM 11“ an das Science Center ausgestellt hatte. Als die Finanzinspektion sich nämlich die Konten des Science Center genauer angesehen hatte, war sie unter anderem auf drei Dokumente gestoßen, die Fragen aufwarfen. Dabei handelte es sich um zwei Rechnungen, die den Ausbau des Zentrums betrafen und welche GGM11 zweimal mit unterschiedlichen Beträgen ausgestellt hatte …