Ein Berufssoldat wurde wegen mehrerer disziplinarischer Verstöße vom Militärdienst suspendiert. Gegen die Entscheidung der Luxemburger Armee legte der Mann Einspruch vor dem Verwaltungsgericht ein. Die Richter gaben dem Staat Recht – unter Vorbehalt.

„Mir erfëllen eise Beruff op eng fiable Aart a Weis, am Geescht vun der Komerodschaft an am Respekt vun der Dignitéit vun de Persounen, mat Entschlossenheet, Disziplin a Prezisioun.“ So lautet einer der Grundsätze der Luxemburger Armee. Wofür die Streitkräfte stehen oder stehen sollen, ist seit 2020 in einer eigenen Charta festgelegt. Diese soll den Grundstein bilden für das Verhältnis zwischen der Armee und der Bevölkerung, die die Truppen im Ernstfall schützen sollen. Denn so die „Charta“ weiter, die Werte und das Verhalten sollen das „ganz natürliche Vertrauen nähren, das die Bevölkerung in die Armee hat.“

Doch was, wenn dieses Vertrauen durch das mutmaßliche Fehlverhalten eines Einzelnen auf die Probe gestellt wird? Darüber musste am 20. März das Verwaltungsgericht entscheiden. Hintergrund des Prozesses ist ein Disziplinarverfahren gegen ein Mitglied der „Armée luxembourgeoise“.

Dem im Rang eines „1er Caporal-Chef“ angestellten Mann werden von staatlicher Seite schwere Vorwürfe gemacht. Im Raum stehen Diebstahl, Vertrauensbruch sowie psychische und physische Drohungen gegenüber rangniedrigeren Armeemitgliedern. Dies geht aus einem Urteil hervor, das Reporter.lu vorliegt.

Fragwürdige Aufträge und Drohungen

Die Vorwürfe gegen den Berufssoldaten beziehen sich vorrangig auf dessen Umgang mit Armeematerial und mit den ihm unterstellten Soldaten. So soll der Mann diesen etwa befohlen haben, Treibstoff aus dem Armeebestand für seinen Privatgebrauch zu unterschlagen. Ein ähnliches Vorgehen wird ihm auch beim Umgang mit Lebensmitteln angelastet. So soll der „1er Caporal-Chef“ seine Soldaten angewiesen haben, Essensreste aus der Kantine für ihn zurückzuhalten. Zudem habe er sich im Lager für Haushaltsprodukte der Armee bedient.

Hinzu kommen Verfehlungen, die in Zusammenhang mit mehreren Fahrzeugen stehen. So soll das Armeemitglied die ihm unterstellten Soldaten beauftragt haben, ihm während der Dienstzeit beim Import eines Privatfahrzeugs zu helfen …