Der politische Diskurs wird auch in Luxemburg immer häufiger von rechten Provokationen dominiert. Die Medien werden dabei fast zwangsläufig zu Gehilfen. Warum ein verantwortungsvoller Umgang mit Populismus nötig und möglich ist. Eine Analyse.

Es ist immer das gleiche Spiel: Ein rechter Politiker sagt etwas Verwerfliches. Die interessierte Öffentlichkeit reagiert empört. Der Politiker rudert zurück oder behauptet, falsch verstanden worden zu sein. Die Medien brandmarken dieses Verhalten als gefährlichen Populismus. Der Politiker fühlt sich bestätigt und freut sich insgeheim über die gesteigerte Aufmerksamkeit. Zum Dank bezeichnet er die Presse seinerseits pauschal als gleichgeschaltet und verlängerten Arm einer vermeintlichen linken Elite.

Auch in Luxemburg kommt einem dieses Muster allzu bekannt vor. Die ADR vollzieht seit Jahren immer neue Radikalisierungsschritte und wendet dabei bewährte populistische Methoden an. Sie provoziert bewusst und verschiebt damit schrittweise die Grenzen des Sagbaren. Nach einer kurzen Kontroverse hat sich der politisch-mediale Betrieb dann wieder beruhigt – bis zum nächsten Mal.

Der erste Schritt in die Populismus-Falle

Die Provokation von Rechts folgt dabei nicht nur immer derselben Dramaturgie – sie ruft auch immer die gleichen Reaktionen hervor, ohne die ihre Agitation zum Scheitern verurteilt wäre. Dabei muss man Populismus als Konzept und Methode unterscheiden. Beide – wahre Populisten und Politiker, die sich lediglich der populistischen Methode bedienen – haben eines gemeinsam: Sie gieren nach öffentlicher Beachtung und Widerspruch. Sie suhlen sich geradezu in der von ihnen selbst angefeuerten Polemik.

Empören und Brandmarken reicht nicht aus. Man muss immer wieder die Methoden der Populisten offenlegen und dekonstruieren. »

Denn man stelle sich nur einen Moment vor, niemand würde sie ernst nehmen; der Entzug der Aufmerksamkeit wäre für Populisten die Höchststrafe. Denn sie treiben das bewährte PR-Prinzip des „There’s no such thing as bad publicity“ auf die Spitze. Indem man sie überhaupt beachtet und ihre Provokationen erwidert, erfüllt man ihnen ihren größten Wunsch. Es ist der erste Schritt in die Populismus-Falle …