Bis Ende des Jahres sollen die letzten Verträge mit Zeitungsverlegern für die Verteilung des parlamentarischen Sitzungsberichts auslaufen. Danach wird das „Chamberbliedchen“ nur noch Abonnenten zugestellt. Ein Jahr lang soll die Presse trotzdem noch indirekt vom Parlament unterstützt werden.

„Das Chamberbliedchen wird es weiterhin in zwei Formen geben: auf Papier und digital“, sagte Fernand Etgen (DP) am Montag. Das Abgeordnetenhaus will die Publikation der Sitzungsberichte samt der parlamentarischen Anfragen nicht aufgeben. Dennoch soll die Veröffentlichung in ihrer jetzigen Form auslaufen, so der Parlamentspräsident bei einer Pressekonferenz.

In der Kritik steht das „Chamberbliedchen“, weil es über die Jahre für viele Medienhäuser zu einer indirekten staatlichen Subvention wurde. Hohe Wellen schlug diesbezüglich Anfang des Jahres der Fall des „Lëtzebuerger Journal“: Das zu diesem Zeitpunkt nur noch als Onlinemagazin funktionierende Medium wurde für die Veröffentlichung des Berichts in PDF-Form vom Parlament bezahlt, wie Reporter.lu Anfang des Jahres exklusiv berichtet hatte. Nach der Kontroverse ruderte Fernand Etgen schnell zurück und entschuldigte sich letztlich für seinen Alleingang.

Parlament schaltet Anzeigen in der Presse

Die Berichte sollen nun, nicht mehr wie bisher, an alle Haushalte verteilt werden, sondern nur noch an Abonnenten, die dabei die Wahl zwischen einem Digital- und einem Printabonnement haben. Beides bleibe auch in Zukunft kostenlos, erklärte Fernand Etgen. Jedoch sollen die Printversionen nicht wie bisher zusammen mit Zeitungsausgaben verteilt werden. „Es steht der Presse weiterhin zu, das Chamberbliedchen in ihre Publikation aufzunehmen, aber dafür wird es keine Vergütung mehr geben“, so der Parlamentspräsident …