Der Libanese Adib K. bietet Geflüchteten in Luxemburg Hilfe bei administrativen Problemen an, besorgt Adressen und vermittelt Jobs. Allerdings nur gegen Geld. Betroffene berichten von Betrugsmaschen. Mittlerweile ermittelt die Justiz.

Den Anfang macht ein anonymes Schreiben, das bei Reporter.lu in den Briefkasten geworfen wird. Der Absender erklärt, nicht gut genug Englisch zu können, und entschuldigt sich im Voraus für die Schreibfehler – er habe eine Übersetzungssoftware benutzt. In dem Brief erhebt der Verfasser schwere Vorwürfe gegen einen gewissen Adib K.: Der Libanese sei mit falschen Papieren ins Land gekommen und begehe „many crimes“, so der anonyme Briefautor.

Besagter Adib K. würde etwa obdachlosen Geflüchteten Adressen besorgen, an denen sie sich anmelden könnten, oder er würde ihnen helfen, an eine Aufenthaltsgenehmigung zu kommen, indem er für sie bei den Behörden vorstellig wird. Das alles tue er aber nicht aus Nächstenliebe, sondern für Geld. Die Zahlungen nehme Adib K. denn auch nur in bar an. Seine Masche sei mittlerweile in der syrischen Gemeinschaft und generell unter Asylbewerbern bekannt.

Recherchen von Reporter.lu ist es gelungen, Betroffene ausfindig zu machen und einige der Vorwürfe zu bestätigen. Mittlerweile sind auch die Behörden auf den Fall aufmerksam geworden. Die Ermittlungen der Justiz dauern jedoch zum Teil schon seit über zwei Jahren an.

Ankunft mit gefälschten Papieren

Adib K. und seine Mutter Mireille K. wurden am 16. September 2015 erstmals bei der Luxemburger Einwanderungsbehörde vorstellig. Mit syrischen Pässen, Geburtszertifikaten und Familienbüchern beantragten sie damals internationalen Schutz im Großherzogtum. So steht es in einem Gerichtsurteil von 2019, das Reporter.lu vorliegt.

Er macht den Geflüchteten vor, dass Luxemburg genauso korrupt ist wie ihre Heimatländer. Und dass nur er ihnen helfen kann.“Siggy Koenig, „Eng Zukunft zu Lëtzebuerg“

Bei einer Überprüfung hatte die Sektion „Expertise Documents“ der Flughafenpolizei die syrischen Pässe als gefälscht enttarnt. Anfangs versuchte Adib K., die Fälschungen zu leugnen, schließlich gab er bei einem Polizeiverhör alles zu und zeigte sich reuig vor Gericht. Der Mann gab zu, die gefälschten Papiere in Griechenland bei einem „syrischen Anwalt“ für 4.000 Euro gekauft zu haben. Das Strafgericht verurteilte Adib K. letztlich wegen des Besitzes und Gebrauchs der gefälschten Papiere zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro und zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung.

Weder Adib K. noch seine Mutter wurden nach der Verurteilung 2019 in den Libanon abgeschoben …