Neben seiner Beteiligung an den von der EU beschlossenen wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland wird Luxemburg die Ukraine auch auf militärischer Ebene unterstützen. Das Großherzogtum wird Waffen, Fahrzeuge und Zelte in die Kriegsregion schicken. Dies hat das Verteidigungsministerium am Montag mitgeteilt.

Zuvor hatte Verteidigungsminister François Bausch (Déi Gréng) die zuständige parlamentarische Kommission über die Unterstützung für die Ukraine informiert. Demnach wird die Luxemburger Armee den ukrainischen Streitkräften 100 Panzerabwehrraketen vom Typ NLAW („Next Generation Light Anti-Tank Weapon“), mehrere Geländefahrzeuge (Jeep Wrangler) sowie 15 Militärzelte zur Verfügung stellen.

Des Weiteren wird auch Luxemburg seine Beteiligung an der militärischen Präsenz in der Region verstärken. Bis dato waren vier Luxemburger Soldaten im Rahmen einer sogenannten « Enhanced Forward Presence » (eFP) der NATO in Litauen stationiert. Am Montagmorgen nun wurden zwei weitere Armeemitglieder nach Litauen entsandt, um die Einheiten vor Ort zu unterstützen.

Im Zuge des MRTT-Programms („Multi-Role Tanker Transport“) stellt Luxemburg der NATO zudem Luftbetankungskapazitäten zur Verfügung für eine Operation, die den Luftraum der Alliierten für die Dauer der laufenden Operationen schützen soll, schreibt das Verteidigungsministerium. Für den Transport von militärischem und humanitärem Material können die verbündeten Länder denn auch auf das Luxemburger Militärflugzeug A400M zurückgreifen oder auf die via Dienstleistungsvertrag zugesicherten Kapazitäten der Cargolux.

Auch auf finanzieller Ebene weitet die Regierung die Unterstützung aus. Zusätzlich zu dem Beitrag, den Luxemburg über einen NATO-Fonds sowie jenen Fonds, den die EU am Wochenende eingerichtet hat, bereits leistet, wird sich das Großherzogtum auch an den Finanzhilfemaßnahmen der Europäischen Friedensfazilität (EFF) beteiligen. Der europäische Beitrag soll sich auf 500 Millionen Euro belaufen, so das Verteidigungsministerium.

All diese Maßnahmen würden für Luxemburg große Anstrengungen darstellen, erklärte François Bausch gegenüber „RTL“. Diese Anstrengungen seien aber extrem wichtig, um Solidarität zu demonstrieren mit einem Volk, das auch nach einer solchen Hilfestellung gefragt hat, so der Vizepremier. (GS)


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