Der Libanese Adib K. steht im Verdacht, Geflüchtete um ihr Geld zu betrügen. Reporter.lu hatte Anfang April über den Fall berichtet. Aussagen von weiteren Betroffenen zeigen: Die mutmaßlichen Betrugsmaschen des Geschäftsmannes sind vielfältig. 

Eigentlich wollte Claude* etwas Gutes tun: Menschen helfen, die in einer Notlage sind. 2020 hatte er ein Haus in der Route de Trèves in Niederanven gekauft. Die Immobilie war als Investition gedacht und sollte abgerissen werden, um darauf neue Eigentumswohnungen entstehen zu lassen. Aber bis es so weit war, stand das Haus zunächst leer.

Doch dann lernte Claude Adib K. kennen. Reporter.lu hatte Anfang April über den Libanesen berichtet, gegen den mehrere Personen Betrugsvorwürfe erheben. Adib K. bot den Betroffenen gegen Bezahlung seine vermeintliche Hilfe an, um sie bei Behördengängen zu unterstützen, Wohnadressen zu besorgen und Jobs zu vermitteln.

In Kontakt mit Claude kam Adib K. in seiner Tätigkeit als Übersetzer. Nach mehreren beruflichen Begegnungen erzählte Adib K. dem Hauseigentümer, dass er dringend Wohnraum für Geflüchtete suche, erinnert sich Claude im Gespräch mit Reporter.lu. „Er hat sich als Wohltäter ausgegeben, der Menschen in Not helfen wollte. Heute sage ich: Er ist ein gewissenloser Geschäftemacher“, so der 39-jährige Franzose.

36.000 Euro unbezahlte Mieten

Adib K. schlug Claude ein Arrangement vor: Er miete das Haus in Niederanven über seine Firma „Servika sàrl-s“ an und kümmere sich um die Untervermietung. So wollte er die sechs Zimmer an Geflüchtete vermieten und im Gegenzug eine monatliche Miete von 4.400 Euro zahlen. Mündlich vereinbarten die beiden Parteien, dass zunächst nur 3.800 Euro gezahlt werden sollen, da Adib K. anfangs nur fünf Untermieter fand. Ende Juni 2023 wurde der gewerbliche Mietvertrag unterzeichnet, der rückwirkend auf den 1. Mai gelten sollte. Zudem versprach Adib K., in der Zwischenzeit einige Renovierungsarbeiten an dem Haus durchzuführen.

Doch nach einer einmaligen Anzahlung blieben die Überweisungen aus. Von Mai 2023 bis einschließlich März dieses Jahres wurde keine der vereinbarten Monatsmieten an den Hauseigentümer gezahlt. Wo das Geld geblieben ist, dazu könne er nur Mutmaßungen anstellen, sagt Claude. Vermutlich hätten die Mieter Adib K. in bar bezahlt und er habe das Geld einfach behalten. Hinzu komme, dass Servika sich weder um die Müllentsorgung noch um die Gartenpflege gekümmert habe, so der Eigentümer.

Er hat überhaupt keine Skrupel und bereichert sich auf dem Rücken von Menschen, die in einer prekären Lage sind.“Claude*, Betroffener

Ende November 2023 schickte Claude eine Zahlungsabmahnung an die Firma von Adib K. Doch auf die Zahlung der ausstehenden Mieten wartete er auch danach weiter vergeblich. Stattdessen versuchte Adib K. mit Rechnungen für angeblich durchgeführte Renovierungsarbeiten die Mietschulden zu drücken. „Meiner Ansicht nach waren diese Dokumente gefälscht und entsprachen keineswegs des Realität“, sagt Claude. Denn der Zustand des Hauses habe sich durch die Vermietung eher verschlechtert als verbessert, so der 39-Jährige. Beispielsweise sei eine Fensterscheibe zur Küche hin kaputt und bis heute nicht repariert.

Anfang dieses Jahres reichte der Hauseigentümer dann beim Friedensgericht Klage wegen der Mietrückstände ein. Am 29. März fällten die Richter ihr Urteil, das Reporter.lu vorliegt. Darin geben sie dem Kläger recht …