Nachdem Reporter.lu Missstände beim SIGI enthüllte, soll das kommunale Syndikat einem Audit unterzogen werden. Die SIGI-Leitung hat aber bereits mit einem Unternehmen ihrer Wahl Kontakt aufgenommen – was unter den Gemeinden zusätzlich für Unmut sorgt.

Wenn die Mitglieder des „Comité“ des „Syndicat Intercommunal de Gestion Informatique“ (SIGI) am Dienstag zusammenkommen, sollten sie eigentlich über einen Antrag aus der Mitgliedsgemeinde Dippach befinden. Deren Vertreter im SIGI, der Schöffe Philippe Meyers (LSAP), hatte nach den Enthüllungen von Reporter.lu über die Missstände beim Gemeindesyndikat ein Audit durch eine unabhängige Instanz gefordert. Dieser Punkt ist denn auch auf der Tagesordnung der Sitzung zu finden, ebenso wie die zweite Forderung von Philippe Meyers, das externe Audit von einer internen Arbeitsgruppe begleiten zu lassen.

Ebenfalls zur Abstimmung kommen soll am Dienstag aber nun auch ein Vertragsangebot des Prüfungsunternehmens „EY“, das ebenfalls ein Audit betrifft und das offensichtlich von der SIGI-Leitung im Vorfeld der „Comité“-Sitzung angefragt worden war. Die Offerte über 58.500 Euro, die auf den 5. Juli datiert ist und die Reporter.lu vorliegt, war den Dokumenten beigefügt, welche die Vorstandsmitglieder zur Vorbereitung der Sitzung erhielten. Bei mehreren Gemeindevertretern stößt das Vorgehen der SIGI-Führung nicht unbedingt auf Gegenliebe.

SIGI-Präsident will Tatsachen schaffen

Erstaunt zeigt sich jedenfalls Philippe Meyers, wie aus einem Schreiben von ihm an die anderen 100 Mitgliedsgemeinden hervorgeht, das Reporter.lu ebenfalls vorliegt. Es sei offensichtlich, dass mit diesem Vorgehen sein Antrag auf eine Abstimmung über ein externes Audit samt Schaffung einer internen Arbeitsgruppe überflüssig gemacht werden soll, so der Dippacher Schöffe. Der erweiterte Vorstand solle durch dieses Vorgehen vor vollendete Tatsachen gestellt werden, kritisiert Philippe Meyers. Ihm soll somit die Möglichkeit genommen werden, über das zu beauftragende Unternehmen und die Rahmenbedingungen des Audits zu bestimmen.

Besonders brisant ist dabei ein weiteres Detail. Laut der Vertragsofferte soll nämlich SIGI-Präsident Yves Wengler (CSV) aufseiten des Syndikats als einziger Ansprechpartner für „EY“ fungieren soll. Zudem soll beim Prüfungsunternehmen « EY » eine Person für die Qualitätskontrolle zuständig sein, die schon zuvor mit dem SIGI zusammengearbeitet habe …