Seit dem Schulbeginn im September haben sich 232 Schüler und 49 Lehrer mit dem Coronavirus infiziert. Bei den meisten Infektionen handelt es sich um Einzelfälle. Nur in zwei Fällen sollen sich mehrere Menschen in der Schule angesteckt haben. Dennoch sind die Zahlen besorgniserregend.

Es ist das erste Mal, dass das Bildungsministerium die Zahlen über die Infektionen in der Schule transparent und proaktiv veröffentlicht. Die Angst, dass die Schulen zu einem Infektionsherd werden könnten, können die Statistiken nicht belegen.

Das Ministerium teilt die Infektionen drei verschiedenen Szenarien zu, die im Stufenmodell vorgesehen wurden. Je nach Szenario spricht das Ministerium eine Quarantänepflicht für die Klasse aus. Bis jetzt wurde etwa ein Drittel der Klassen, in denen Schüler oder Lehrer erkrankten, in Quarantäne gesetzt.

Überwiegend Einzelfälle

Zwei Drittel der Infektionen sind laut dem Ministerium als « Einzelfälle » zu bewerten und werden somit dem ersten Szenario zugeordnet. Laut Stufenplan soll die Klasse in diesem Fall innerhalb der Schule isoliert werden. Sprich, der Unterricht läuft normal weiter, aber Kontakte zu Mitschülern aus anderen Klassen sollen vermieden werden. Zudem gilt die Maskenpflicht für die betroffenen Klassen auch während des Unterrichts.

Sollte sich allerdings mehr als eine Person infizieren, wird die gesamte Klasse in Quarantäne gesetzt. Diese Erfahrung mussten bisher 85 Schüler und Lehrer machen. Wie viele Klassen von der Quarantänepflicht betroffen sind, ist allerdings aus den Zahlen des Ministeriums nicht klar ersichtlich. Nach Ablauf von sechs Tagen wird die gesamte Klasse sowohl im « Szenario 1 » als auch im « Szenario 2 » gebeten, sich testen zu lassen.

Nur acht Infektionen bei Schülern und Lehrern sollen demnach dem « Szenario 3 » zuzuordnen sein. Laut Ministerium soll eine Gruppe von Schülern sich während des Sportunterrichts angesteckt haben. Im zweiten Fall sollen Lehrer aus einer gemeinsamen Grundschulklasse erkrankt sein. Auch hier gibt das Ministerium keine weiteren Erklärungen bezüglich der Maßnahmen, die die Verantwortlichen zur Eindämmung des Virus getroffen haben.

Zahlen steigen langsam an

Obwohl die Zahl der Infektionen in der Schule weiter überschaubar bleibt, scheinen Bildungseinrichtungen trotzdem vermehrt zum Ort der Infektion zu werden. Laut dem Gesundheitsministerium haben sich in der vergangenen Woche immerhin zwölf Prozent von allen positiv Getesteten in einer Schule angesteckt. Vor zwei Wochen lag dieser Wert noch bei sieben Prozent – nirgendwo sonst sind die Zahlen so stark gestiegen.

Insgesamt verzeichnete das Bildungsministerium in der vergangenen Woche 101 Infektionen. Die Lehrergewerkschaft SNE fordert deshalb weitere Schutzmaßnahmen. Das Ministerium soll in den Klassen etwa CO2-Messgeräte zur Verfügung stellen, um zu überprüfen, ob ausreichend gelüftet wird. Zudem soll das « Durchmischung » von Kindern in den Betreuungsstrukturen vermieden werden, so die Gewerkschaft.

Bildungsminister Claude Meisch (DP) will nun zusätzlich zum Wochenrückblick des Gesundheitsministeriums wöchentlich eine Bilanz über das Infektionsgeschehen in der Schule veröffentlichen.


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