Nach der „Gaardenhäischen“-Affäre 2019 stehen nun ähnliche Vorwürfe gegen den Bürgermeister von Wiltz im Raum. Doch auch ein Chalet in unmittelbarer Nachbarschaft sorgte für Stirnrunzeln bei der Naturverwaltung. Miteigentümer hier: Minister Claude Haagen.

Die Meldung ließ aufhorchen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bürgermeister von Wiltz, Fränk Arndt (LSAP). Neben einem Verfahren wegen möglicher Korruption und Vorteilsannahme im Amt geht es in einem zweiten Verfahren um nicht genehmigte Umbauarbeiten an einem Wochenendchalet im Ösling. Konkret soll der Bürgermeister sich bei den Arbeiten an dem in einer Grünzone gelegenen Häuschen nicht an die Vorgaben des Umweltministeriums gehalten haben.

Wie das „Luxemburger Wort“ im November vergangenen Jahres berichtet hatte, soll das Chalet um eine Terrasse und eine Überdachung erweitert worden sein. Eine Erweiterung, die laut Genehmigung des Ministeriums ausdrücklich untersagt war. Im Gespräch mit der Tageszeitung erklärte Fränk Arndt damals: „Was jetzt eine Terrasse ist, war vorher komplett bebaut.“ Zudem sei es schade, dass man so hingestellt werde, « als ob man etwas Illegales getan hätte, obwohl das Projekt einen Mehrwert für die Ecke darstellt.“

Informationen von Reporter.lu zufolge soll sich die „Brigade mobile“ der Natur- und Forstverwaltung bei einer Ortsbegehung im November 2021 noch für ein weiteres Chalet auf dem in Dirbach gelegenen Areal interessiert haben. Miteigentümer dieses Wochenendhäuschens ist der jetzige Sozial- und Landwirtschaftsminister Claude Haagen (LSAP). Pikantes Detail: Auch hier stellten die Beamten, nach einem Abgleich mit Luftaufnahmen im „Géoportail“, Umbauarbeiten fest.

Nicht genehmigt, aber verjährt

Auf Nachfrage von Reporter.lu, ob dafür eine Genehmigung vorliege, betont das Umweltministerium: „Weder das Umweltministerium noch die Naturverwaltung wurden mit einem Genehmigungsantrag befasst.“ Demnach habe das Ministerium, eigenen Erkenntnissen zufolge, auch keine entsprechende Genehmigung ausstellen können. Konkret seien auf den Luftaufnahmen erstmals 2016 Umbauarbeiten erkennbar gewesen, erklärt ein Sprecher des Ministeriums von Carole Dieschbourg (Déi Gréng). Somit könne man davon ausgehen, dass die Arbeiten in der Zeit davor durchgeführt wurden. Mögliche Verstöße gegen das Naturschutzgesetz seien jedoch mittlerweile verjährt …